Herbstumfrage

Hessens Betriebe blicken skeptisch ins neue Jahr

Frankfurt. Schwächephasen in wichtigen Euro-Ländern, Russland-Krise, Rente mit 63, Mindestlohn und nicht zuletzt die hohen Energiepreise: Die Belastungen für die Unternehmen sind enorm. Da ist das richtige Gefühl für Balance gefragt, um nicht ins Straucheln zu kommen.

Wie die überwiegend mittelständischen Betriebe der hessischen Metall- und Elektro-Industrie das Jahr 2014 bewältigt haben und wie sie 2015 starten, zeigen die Ergebnisse der traditionellen Herbstumfrage des Arbeitgeberverbands Hessenmetall.

235 Mitgliedsunternehmen mit insgesamt 90.400 Beschäftigten nahmen an der Erhebung teil. „Die Stimmung ist im Rückblick freundlich, aber im Ausblick deutlich eingetrübter“, fasste Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer von Hessenmetall die Umfrageergebnisse zusammen.

Fast jedes vierte Unternehmen erwartet Verschlechterung

Die Lage der Industrie ist durchwachsen. Die Aufträge sind stark schwankend, die Umsätze liegen knapp unter Vorjahresniveau. Investitionen sind gestiegen. Die Beschäftigung kletterte mit 214.000 auf einen neuen Nachkrisen-Höchststand.

„Doch für das kommende Frühjahr befürchtet fast jedes vierte Unternehmen eine Verschlechterung – das sind doppelt so viele, wie die, die eine Verbesserung erwarten“, erläuterte Helmut Rau, Geschäftsführer für Tarifwesen und Arbeitswissenschaft.

Bei den Erträgen gehen zwei Drittel von einem eher gleichbleibenden Niveau aus. 61 Prozent wollen ihr bisheriges Investitionsniveau halten, 21 Prozent wollen es jedoch verringern. Sorgen bereiten Hessenmetall die steigenden Lohnstückkosten: seit 2011 ein Plus von 11 Prozent. „Wenn die Energiekosten am Standort höher sind als bei den Wettbewerbern und die Personalkosten auf dem weltweit zweithöchsten Niveau, dann müsste der Produktivitätsfortschritt gigantisch sein, damit hessische Produktion wettbewerbsfähig bleiben kann“, so Fasbender.

Viele Mittelständler hätten eine Personalquote von bis zu 40 Prozent der Gesamtkosten, Konzerne lägen eher bei 20 Prozent. Zwar müssten die Endkunden die Personalkosten ihrer Zulieferer mitfinanzieren, sie verlangten von ihnen aber im Wettbewerb der Standorte sinkende Preise.

Fasbender: „Den dazwischen eingezwängten Mittelstand muss ein Tarifabschluss mitnehmen.“


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