Standort Hessen

„Hessen braucht einen industriellen Kern“


Tag der Industrie: Unternehmen ermöglichen Blick hinter die Kulissen

Frankfurt. Industrie ist das, was die Welt am Laufen hält, ob Auto oder Medizintechnik, Stromsparlampe oder Mobiltelefon, Windmühlen-Rotoren oder  Heckenschere, Reisen via Bahn, Flugzeug oder Schiff.

Doch genau das scheinen viele zu vergessen. Die Mehrheit bleibt bei der längst überholten Meinung: Industrie ist out, Dienstleistung in.

„Hessen muss deutlich industriefreundlicher werden – das ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft“, forderte deshalb Professor Dieter Weidemann, Präsident der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände (VhU) in seiner Eröffnungsrede zum diesjährigen Tag der Industrie. „Hessen braucht einen starken industriellen Kern.“

Wirtschaftsministerium ist dabei

Dieser wurde Ende August erstmals von der Initiative Industrieplatz Hessen ausgerichtet mit fünf zeitgleichen Symposien in Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Kassel und Offenbach. Die Initiative wird getragen von Unternehmern, dem Wirtschaftsministerium und der VhU.

Im Rahmen des Tages der Industrie öffneten zudem zahlreiche Unternehmen ihre Werktore oder angeschlossene  Museen, um interessierten Mitbürgern einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen.

Mehr Infos zur Veranstaltung unter www.industrieplatz-hessen.de

Auf der nächsten Seite stellt Aktiv drei Veranstaltungen in Betrieben beispielhaft vor.

Texte: Maja Becker-Mohr

Oldtimer: Zeitreise im Opel-Werk

Rüsselsheim. „Lust auf Industrie und Geschichte“, „Spaß an tollen Oldtimern“ und „ein Einblick in eine supermoderne Autoproduktion“ lockte viele Menschen zu Opel in die Autostadt Rüsselsheim.

Mit einer kleinen Werkstatt legte hier Adam Opel 1862 den Grundstein für eines der bedeutendsten Industrie-Unternehmen Deutschlands.

Die Gebäude auf dem rund 2,5 Millionen Quadratmeter großen Werkgelände genießen als Ensemble der Industriekultur Weltrang. Besonders beeindruckt waren die Gäste von der Oldtimer-Werkstatt. Die alten Schmuckstücke, darunter der Opel Blitz und das Raketenauto RAK, ein Versuchs- und Rekordfahrzeug aus den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts, sind alle fahrbereit.

Ein beeindruckender Kontrast dazu war dann der Rundgang durch die heutige Endmontage, die zu den modernsten Automobil-Produktionen der Welt zählt.

www.opel.de

GNOM und BR710: Flugmotorenbau seit über 100 Jahren

Oberursel. Seit über 100  Jahren entwickelt und produziert Rolls-Royce, Flugtriebwerk-Hersteller und ältester Luftfahrtbetrieb weltweit, in Oberursel Flugmotoren. Am Tag der Industrie konnten Interessierte im Werkmuseum  eine spannende Reise durch die Luftfahrtgeschichte antreten. Sie erlebten ein wichtiges Stück hessischer Industriegeschichte.

Angefangen hat alles mit der Konstruktion eines Petroleummotors (GNOM) durch den Ingenieur Willy Seck 1892. Daraus ergab sich im gleichen Jahr die Gründung der Motorenfabrik Oberursel – lange vor der Inbetriebnahme des Frankfurter Flughafens – heute Standort von Rolls-Royce Deutschland.

Der Streifzug führt vom GNOM über die ersten Umlaufmotoren zur Entwicklung von Abgasturboladern und Kühlgebläsen bis zum neuesten BR710 Turbofan-Triebwerk, das in moderne Langstreckenflugzeuge eingebaut wird.

Rolls-Royce Deutschland ist das einzige deutsche Unternehmen, das Leistungen von der Konstruktion über die Herstellung bis zur Lieferung von Flugzeugtriebwerken anbietet.

www.rolls-royce.de

Licht für die Welt: Leuchten „Made in Usingen“

Usingen. Die Versorgungsleisten in Krankenhauszimmern kennen wir alle. Wie sie gemacht werden, wissen dagegen nur wenige. Einen Einblick in die Fertigung von solchen medizinischen Versorgungseinheiten, Leuchten und Lichtsystemen bekamen am Tag der Industrie die Besucher im Zumtobel-Werk in Usingen (Taunus).

Seit 30 Jahren gehört das Werk zur Zumtobel AG mit Hauptsitz im österreichischen Dornbirn.

Seitdem ist der Betrieb kontinuierlich gewachsen. Er beschäftigt heute rund 150 Mitarbeiter.

Produkte des innovativen Unternehmens beleuchten weltweit architektonisch und lichttechnisch anspruchsvolle Gebäude wie die Madison Bank in Chicago oder die Waterloo Station in London.

www.zumtobel.de

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