Aus Halle an der Saale in die Welt

Hersteller Rubicon exportiert 80 Prozent seiner Maschinen für die Kautschuk-Industrie

Egal ob Ungarn, USA oder Vietnam: Die Firma Rubicon kann die von ihr hergestellten Maschinen per Internet fernwarten oder mit Software versorgen. Spezialität von Rubicon sind Maschinen zum Verarbeiten von Gummi und Silikon.

Ein Extruder vor der Übergabe: Tom Baumann prüft die Maschine, bevor sie dem Kunden vorgeführt wird und dann nach Ungarn geht. Foto: Sturm

Ein Extruder vor der Übergabe: Tom Baumann prüft die Maschine, bevor sie dem Kunden vorgeführt wird und dann nach Ungarn geht. Foto: Sturm

Sie misst genau: Judith Börsch ist eine der 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Rubicon in Halle. Foto: Sturm

Sie misst genau: Judith Börsch ist eine der 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Rubicon in Halle. Foto: Sturm

„Per Internet können wir alles warten.“ Christian Köhler, geschäftsführender Gesellschafter Rubicon. Foto: Sturm

„Per Internet können wir alles warten.“ Christian Köhler, geschäftsführender Gesellschafter Rubicon. Foto: Sturm

Halle an der Saale. Da steht er, der neue Extruder. Rubicon-Mitarbeiter Tom Baumann nimmt ihn penibel unter die Lupe. Denn in wenigen Tagen steht die komplette Fertigungslinie für Gummiprofile, zu der die Maschine gehört, hier in der Montagehalle. Dann muss sie vor den Augen der Kunden zeigen, was sie draufhat.

Erst wenn die nicken, werden die Kisten für die Reise nach Ungarn beladen, und die Monteure erhalten ihre Flugtickets. Nebenan die Maschinen für die USA sind auch fast fertig.

Das ist Alltag bei Rubicon Gummitechnik und Maschinenbau in Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt). Der Mittelständler entwickelt, konstruiert und fertigt Extrusionsmaschinen, aber auch ganze Produktionslinien zur Verarbeitung von Gummi und Silikon.

Auf ihnen entstehen Profile und Schläuche für den Bau oder fürs Auto. Sie ummanteln Kabel und Rohre. Selbst Extruder und Vulkanisationsanlagen fürs Labor bauen die 65 Beschäftigten. Etwa 80 Prozent werden exportiert.

Aufträge haben bis zu acht Monate Vorlauf

Der geschäftsführende Gesellschafter, Christian Köhler, erklärt: „Unser Auftragsvorlauf liegt zwischen fünf und acht Monaten.“ Kurz nach der Wende gründete der Entwicklungsingenieur das Unternehmen aus dem Nachlass einer Traditionsfirma zusammen mit drei Partnern. Köhlers Erfolgsgeheimnis: „Wir haben viel Erfahrung in der Gummiverarbeitung, bauen maßgeschneiderte Anlagen, die exakt auf Material, Produkt und Verarbeitungsprozess jedes einzelnen Kunden ausgerichtet sind.“ Zudem seien die Maschinen immer auf dem Stand der Technik, die elektronischen Mess- und Regeleinrichtungen sind in der eigenen Tochterfirma entwickelt.

„Für alle Fälle besitzt fast jede unserer Anlagen ein Fernwartungsmodul. Wir können sie per Internet in Halle warten oder mit angepasster Software versorgen“, so Köhler. Rubicon arbeitet bereits an neuen Lösungen. Denkbar und in der Entwicklung sind Maschinen mit Kamera- und Bilderfassung für sensorische Anwendungen.

Wird damit das Bedienen der Maschinen zum akademischen Beruf? „Nein“, versichert Köhler, „im Gegenteil: Die komplexe Elektronik soll das Fahren der Anlagen noch einfacher und effizienter machen.“ Klar sei es klug, wenn die Arbeiter an der Maschine ihr Know-how parallel zur neuen Technik entwickeln und sich weiterbilden.

„Es ist absehbar, dass einfache Prozesse in der Gummiverarbeitung, wie das Beschicken von Anlagen mit Material durch den Roboter-Einsatz, stärker automatisiert werden“, ist Köhler sicher. Mitarbeiter seien darauf vorbereitet.

„Der internationale Wettbewerbsdruck verlangt zudem nach modernsten Maschinen für einfache Produkte“, weiß Köhler. So laufen die Tests gut in der Versuchsanlage zur automatisierten Herstellung von Schnippsgummis an. 2017 kann sie dann wohl in Vietnam beim Marktführer ihre Arbeit aufnehmen.


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