Kommt bald das Air-Taxi?

Hersteller Auto Gyro treibt die Entwicklung seines Tragschraubers weiter voran

Hobbypiloten fliegen auf sie: die ungewöhnlichen Tragschrauber vom Hersteller Auto Gyro. Die Hubschrauber-ähnlichen Flieger sollen nun Tragflächen bekommen, damit sie schneller werden und mehr Reichweite gewinnen.

Im Anflug: Tragflächen sollen diesen Flieger nun schneller machen. Foto: Werk

Im Anflug: Tragflächen sollen diesen Flieger nun schneller machen. Foto: Werk

Viel Detailarbeit: Ingenieur Falk Sachs (links) und Designer Max Volk tüfteln an einer Innovation. Foto: Fuhrhop

Viel Detailarbeit: Ingenieur Falk Sachs (links) und Designer Max Volk tüfteln an einer Innovation. Foto: Fuhrhop

Bei Hobbypiloten beliebt: Sogenannte Tragschrauber der Firma Auto Gyro. Foto: dpa

Bei Hobbypiloten beliebt: Sogenannte Tragschrauber der Firma Auto Gyro. Foto: dpa

Hildesheim. Diese Flieger sind echte Hingucker und bei Hobbypiloten beliebt. Sie ähneln Hubschraubern, sehen mit ihren schief sitzenden Rotorblättern und dem separaten Heck aber ungewöhnlich aus. Wer sie am Himmel entdeckt, schaut genauer hin. Luftfahrt-Kenner wissen, dass es sich um Tragschrauber handelt, bei denen der Motor – anders als beim Helikopter – nur den Propeller am Heck antreibt. Die Rotorblätter bringt der Fahrtwind in Schwung, der sorgt so für den Auftrieb.

Die auch Gyrokopter genannten Flieger werden bald noch ungewöhnlicher aussehen. Der Hildesheimer Hersteller Auto Gyro will sie mit Tragflächen ausstatten und arbeitet dabei mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zusammen. Designer Max Volk und DLR-Ingenieur Falk Sachs tüfteln bereits an dem neuen Fluggerät, Projektname: „Gyroplane“.

Ziele sind mehr Tempo und größere Reichweite

Was die Entwicklung bringen soll? Noch gibt es zwar keinen Prototyp, doch Ingenieur Sachs ist überzeugt: „Mit Tragflächen können Gyrokopter schneller fliegen als bisher, verbrauchen weniger Treibstoff und gewinnen mehr Reichweite.“

Es ist eine Herausforderung. Einerseits sollen die Tragflächen optimale Flugeigenschaften haben, andererseits muss das Design stimmen. Kalkulationen und komplizierte Berechnungen sind nötig, virtuelle Tests am Rechner und im Simulator, erläutert Sachs. Und schließlich echte Flugversuche. Wann „Gyroplane“ erstmals abhebt, können Sachs und Volk noch nicht sagen. Möglicherweise klappt das schon in diesem Jahr.

Nach dem Gyrokopter mit Kabine und einem Prototyp für einen Elektroflieger ist es die nächste Entwicklung des Hildesheimer Weltmarktführers für Tragschrauber. Wirtschaftsminister Olaf Lies unterstützt das Projekt. Kürzlich überreichte er Geschäftsführer Otmar Birkner einen Förderbescheid über 700.000 Euro. „Mit der Innovation“, so Lies, „wird der Einsatz als Air-Taxi, für Überwachung und Rettung möglich.“

Polizei, Rettungsdienste, Transportfirmen bieten den Absatzmarkt, auf dem sich die Hildesheimer mehr Auftrieb erhoffen. Denn das Geschäft mit Hobbypiloten, die sich einen 45.000 bis 65.000 Euro teuren Gyrokopter leisten können, wächst nicht unbegrenzt.

Heute sind 2.700 Fluggeräte des 1999 gegründeten Herstellers in über 40 Ländern weltweit unterwegs. Die aktuelle Jahresproduktion der 150 Mitarbeiter liegt bei 200 bis 250 Tragschraubern. Nun setzt man bei Auto Gyro darauf, dass Behörden die Vorteile des Fliegers erkennen. Denn im Vergleich zu Hubschraubern ist er viel billiger zu betreiben.


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