Weiterbildung

Herr der Ringe


Alexander Seibel gehört zum Weltmarktführer Globus Gummiwerke

Ahrensbök. Die Zahl ist gigantisch: 4,6 Milliarden Dichtungen produziert die Globus Gummiwerke GmbH im Jahr. Pro Sekunde 130 Stück, an sieben Tagen pro Woche. Die Norddeutschen aus dem beschaulichen Ahrensbök bei Lübeck sind zum Weltmarktführer von Flachdichtungen für Sprühdosen gewachsen.

Alexander Seibel arbeitet an einem der 13 Schneidvollautomaten, die diese kleinen Dinger in einem Wahnsinnstempo ausspucken. Für ihn ist das vergangene Jahr besonders gut gelaufen. Seine Tochter Cassandra kam zur Welt, die Weiterbildung zum Werkerselbstprüfer hat er abgeschlossen – nun freut er sich auf den Sommer: „Da ziehen wir in die neuen Hallen um.“

Der Job bei Globus, sagt er heute, sei für ihn die richtige Entscheidung gewesen. Mit 15 kam er aus Russland nach Deutschland. Eine Ausbildung zum Maler brach er ab. Dann lernte er als Zeitarbeiter die Gummiwerke kennen. Seit vier Jahren ist er fest angestellt.

„Das ist ein Hightech-Produkt”

Bei seinem Aufstieg half ihm „Wegebau“, ein Qualifizierungsprogramm der Agentur für Arbeit. 70 der 225 Globus-Mitarbeiter haben sich so fortgebildet, berichtet Personalleiterin Tanja Wagner. Sie engagiert sich gemeinsam mit Werkleiter Jens Hufnagel und dem Betriebsratsvorsitzenden Thomas Schwede dafür, dass sich die Mitarbeiter kontinuierlich weiterbilden.

 

Schwede begründet die Prioritätensetzung so: „So ein Ring sieht unscheinbar aus, ist aber ein Hightech-Produkt – dafür müssen die Kollegen gut ausgebildet sein.“ Seit 28 Jahren ist der heutige Betriebsratschef ein Globus-Mann, hat die Veränderungen am Arbeitsplatz hautnah miterlebt. „Wir müssen heute schneller, flexibler und genauer arbeiten als früher“, sagt er.

Die Dichtungsringe von Globus werden vor allem für Sprühdosen in der Kosmetik-Industrie benötigt. „Das ist ein Saisongeschäft geworden“, berichtet Werkleiter Hufnagel. Denn Haarspray, Deos oder Sonnenmilch verkaufen sich bei Sonnenwetter besonders gut. „Es kommt vor, dass wir innerhalb weniger Tage mal eben zehn Millionen Dichtungen liefern müssen. Manchmal kommen am Freitag Aufträge rein – und am Montag gehen die fertigen Produkte auf den Weg zum Kunden.“

„Belegschaft steht hinter dem Unternehmen”

Globus ist deshalb längst zu einer atmenden Fabrik geworden. Die Arbeitszeitkonten schwanken von minus 30 bis plus 30 Prozent. Während der Krise 2008/2009 wechselten Teile der Belegschaft zwischen Kurzarbeit und Sieben-Tage-Woche, berichtet Hufnagel: „Eine solche Flexibilität ist nur mit einer Belegschaft erreichbar, die voll und ganz hinter dem Unternehmen steht.“

Zuletzt lief es freilich so gut, dass vom zyklischen Geschäft nichts zu spüren war: „Bis November 2011 haben wir zwei Jahre lang rund um die Uhr am Limit produziert“, berichtet Fertigungsbereichsleiter Stefan Groß. „Das war wie ein Marathon für unsere Leute.“ Inzwischen hat sich das Geschäft etwas abgeschwächt. Die Mannschaft hat Gelegenheit, den Umzug in die neuen Hallen zu planen. Es scheint, als würde 2012 ein besonderes Jahr. Nicht nur für Alexander Seibel.


Info: Globus Gummiwerke

Die Globus Gummiwerke GmbH wurde 1906 in Ahrensbök gegründet. Anfangs konzentrierte sich die Fertigung auf Gummidichtungen für die aufkommende Fischkonserven-Industrie. Seit 1994 gehört Globus zur Poppe-Gruppe (weltweit gut 4.000 Mitarbeiter).

Wichtigste Produktgruppe der Globus Gummiwerke sind Flachdichtungen für Spraydosen – unter anderem für Kosmetik, Haushaltsreiniger, Pestizide und Farben. Der Weltmarktführer in diesem Bereich beschäftigt 225 Mitarbeiter.

globusrubber.com

 

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