Nachwuchs-Forscher

Heidelberger Studenten holen Gold aus Elektroschrott

Das Siegerteam: Studenten der Uni Heidelberg um Professor Roland Eils (links). Foto: iGEM

Heidelberg. Es klingt wie ein Märchen: aus wertlosem Elektroschrott pures Gold gewinnen – umweltfreundlich mithilfe gentechnisch veränderter Bakterien.

Mit diesem Projekt bewarben sich 13 Studenten aus Heidelberg beim „iGEM“-Wettstreit der synthetischen Biologie am Massachusetts Institute of Technology in Boston (USA). Und gewannen in der Kategorie der Bachelor-Studenten gegen 121 Teams aus aller Welt.

Dazu muss man wissen: Das Bakterium „Delftia acidovorans“, das unter anderem in Goldminen vorkommt, produziert ein spezielles Eiweißschnipsel, das nicht-ribosomale Peptid Delftibactin. Damit schützt sich das Bakterium vor giftigen Goldlösungen – und kann gelöstes Gold durch einen chemischen Prozess ausscheiden.

Aus dem Goldbakterium spezielle Gene übertragen

Dieses Phänomen machten die Jungforscher nutzbar: Sie übertrugen aus dem „Gold-Bakterium“ spezielle Gene in ein anderes Bakterium (Escherichia coli), das man häufig im Labor verwendet. Und versetzten es so in die Lage, Goldpartikel aus Elektronikschrott herauszulösen und zu recyceln.

„Unsere Methode kostet deutlich weniger, als das gewonnene Gold wert ist“, so Student Nikos Ignatiadis. Und sie sei umweltfreundlicher als die chemische Aufbereitung.

Das wissenschaftliche Handwerkszeug verdankt das Team Professor Roland Eils: Der Genforscher unterhält Labors am Deutschen Krebsforschungszentrum und an der Universität in Heidelberg.

Hinter den Heidelbergern auf Platz zwei landete das Team der TU München mit einem „Moos-Filter“ für Abwasser. Auch das „Team Bielefeld“ wurde Vize-Weltmeister – im Wettbewerb für Master-Studenten, mit einer Biobatterie aus Bakterien. Und die Freiburger bekamen einen Sonderpreis für einen „Universalschraubenzieher“ für Gene.


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