Härtetest für Wasserhähne

Hansa sorgt für Qualität im Badezimmer

Stuttgart. Plopp. Plopp. Plopp. Wenn ein Wasserhahn tropft, kann das Geräusch ziemlich schnell nerven. Vom sinnlosen Wasserverbrauch ganz zu schweigen. Harald Fesenbeck nennt eine andere Widrigkeit im Bad: „Stellen Sie sich vor, Sie stehen unter der Dusche, haben seifige Hände, und die Armatur ist schwergängig.“

Als Leiter der Produktentwicklung sorgt Fesenbeck am Hauptsitz der Firma Hansa Armaturen in Stuttgart dafür, dass solche Probleme gar nicht erst aufkommen. In seiner Abteilung werden Armaturen für Bad und Küche entworfen, entwickelt und umfangreichen Tests unterzogen. Viel Komfort, gutes Design und lange Haltbarkeit – das sind die Ziele.

Hansa gehört zu den größten Armaturenherstellern in Deutschland, Österreich und der Schweiz und ist seit 1950 auf hochwertige Sanitärarmaturen spezialisiert. Der Vertrieb läuft ausschließlich über Großhändler.

Seit Herbst 2013 gehört Hansa zum nordeuropäischen Branchenführer Oras, der mit berührungslosen elektronischen Armaturen sehr erfolgreich ist. Die Gruppe hat rund 1.400 Mitarbeiter, Hansa allein circa 600, davon rund 200 in Stuttgart. Hier ist auch die Produktentwicklung angesiedelt. In dieser Abteilung werden Einzelstücke hergestellt und extremen Prüfungen unterzogen, bevor sie in Serie produziert werden.

„Wir schauen, ob das Produkt, das wir erfunden haben, überhaupt in der Praxis funktioniert“, erläutert Fesenbeck und bleibt in der Versuchswerkstatt vor einem mannshohen 3-D-Drucker stehen. Damit werden Teile als Muster zunächst aus Kunststoff produziert. Ein paar Meter weiter werden Armaturen auf ihre Haltbarkeit getestet. Wasserhahn auf, zu, auf, zu – während die Teile bis zu 100.000 Zyklen durchlaufen, erfassen Computer die Werte, tagelang, wochenlang. Mit Kameras werden die Schwenkbewegungen der Hähne erfasst. „Wenn wir die Tests nicht bestehen, müssen wir das Produkt verbessern“, sagt Fesenbeck.

Beim Rundgang durch den Ausstellungsraum sticht die „Hansamurano“-Armatur mit ihrem kreisförmigen Wasserlauf ins Auge. Hansa hat sie mit Bruno Sacco, dem früheren Mercedes-Chefdesigner, entwickelt. Das Unternehmen arbeite aber nicht nur mit namhaften Designern, sondern – im Bereich Gesundheit – auch mit der Deutschen Gesellschaft für Gerontotechnik in Iserlohn zusammen. So hat Hansa auch Armaturen entwickelt, die es aushalten, dass man sich an ihnen festhält, und die das Risiko minimieren, sich zu verbrühen.

Doch ganz gleich, in welchem Segment: In dem Ausstellungsraum herrscht eindeutig Chrom vor. Das sei in den 70er-Jahren noch ganz anders gewesen, meint Fesenbeck: „Da gab es viel Beige und Grün, überhaupt viele farbige, lackierte Armaturen.“

Seiner Ansicht nach gibt es bei einer Immobilie nichts, was so verräterisch sei, wie der Sanitärbereich: „Am Bad sieht man das Alter am besten.“


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