Digitales Drucken

Hagemann in Ochtrup bringt mit modernster Technik Fotos und Muster aufs Textil

Das Textilunternehmen Hagemann aus dem Münsterland gehört zu den Pionieren, wenn es um textilen Digitaldruck und Lasertechnik geht. Vorteil: Alles läuft trocken ab. Abwasser und schädliche Chemikalien gibt es nicht mehr.

Lasergravur: Die Oberfläche des Stoffs wird kon­trolliert verbrannt. Foto: Egbert

Lasergravur: Die Oberfläche des Stoffs wird kon­trolliert verbrannt. Foto: Egbert

Rollenweise Muster: Textil­veredler Daniel Neumann mit ­einem Deko­stoff. Foto: Egbert

Rollenweise Muster: Textil­veredler Daniel Neumann mit ­einem Deko­stoff. Foto: Egbert

Erfahrene Fachkraft: Mujdat Corapci wacht über fünf digitale Druckanlagen. Foto: Egbert

Erfahrene Fachkraft: Mujdat Corapci wacht über fünf digitale Druckanlagen. Foto: Egbert

Produktauswahl: Frank und Dirk Hagemann (rechts) mit Dekostoffen und Werbebanner. Foto: Egbert

Produktauswahl: Frank und Dirk Hagemann (rechts) mit Dekostoffen und Werbebanner. Foto: Egbert

Ochtrup. Wie von Geisterhand gemalt, erscheint auf dem türkisen Stoff ein florales Muster – nur wenige Nuancen dunkler als das samtige Textil.

„Von wegen Geisterhand, das nennt man Lasertechnik“, sagt Dirk Hagemann, geschäftsführender Gesellschafter des Textilwerks Hagemann in Ochtrup (Münsterland). Das faszinierende Phänomen ist technisch schnell erklärt: Mehrere Spiegel im Innern der Anlage steuern einen unsichtbaren Laserstrahl, der das Muster detailgenau ins Textil graviert.

Der 40-Mann-Betrieb setzt auf Hightech, dank der Brüder Dirk und Frank Hagemann. Sie haben die 1960 vom Vater gegründete Wirkerei in den letzten Jahren zum Spezialisten für Digitaldruck- und Lasertechnik umgebaut. „Alles läuft im Trockenverfahren ab. Wir haben nichts mehr mit Abwasser oder schädlichen Chemikalien zu tun“, so Frank Hagemann.

Mittlerweile bedrucken die Ochtruper jährlich 1,5 Millionen Meter Synthetikstoffe mit Farben, Mustern und Schriftzügen. Und das zügig: Mit 200 bis 300 Metern pro Stunde arbeitet eine Anlage heute. „Am Anfang kamen wir gerade mal auf einen Meter Stoff stündlich“, sagt Mujdat Corapci, der die Digital- und Laseranlagen bedient.

Die bis zu drei Meter breiten Anlagen bringen, wie der Bürodrucker, digital entworfene Muster, Farben oder Schriftzüge erst auf Papier.

Dann wird das Ganze wie beim Bügeln mit Druck und Hitze auf Synthetikstoff übertragen. So fertigt der Betrieb Banner für Messeauftritte und Shopsysteme, Dekostoffe, Verdunklungsvorhänge oder textile Teppichfliesen für Hotels.

Alles Kundenaufträge bis hin zu Einzelanfertigungen – alles just in time. Ein Lager gibt es nicht. Mit dem Objektgeschäft machen die Ochtruper den größten Umsatz: „Da sind Individualität und Schnelligkeit gefragt“, sagt Frank Hagemann. Farbdesign oder Muster werden digital erfasst, Änderungen sind binnen Stunden möglich. Langwierige Farbeinstellungen oder Gravurkosten entfallen.

„Wir hatten Kunden, die morgens mit einer Designidee ins Haus kamen und abends mit einem fertigen Muster nach Hause gegangen sind.“ In den Mustern steckt wie bei der Lasergravur unsichtbares Know-how. So entwickelte Hagemann eine Technik, mit der sich ein Synthetiktextil beidseitig bedrucken lässt – ohne dass Motive verrutschen, Farbe oder Muster durchschimmern.

Frank Hagemann: „Zwei Werbebotschaften bei gleichem Stoffanteil. Das ist eine perfekte Eigenschaft für Werbebanner.“


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