Kernkompetenz

Haarschneidemaschinen von Wahl werden bei Mensch und Tier eingesetzt

Unterkirnach. Es ist hell und für eine Produktionshalle ziemlich leise. In langen Reihen sitzen Frauen an Tischen und montieren Haarschneider. Sie legen Gehäusehälften aus Kunststoff in passende Vorrichtungen, setzen den kleinen Motor ein, schrauben das Gehäuseoberteil drauf und befestigen den metallenen Schneidsatz am vorderen Ende. „Dieser Schneidsatz ist das Herzstück jeder Haarschneidemaschine und unsere Kernkompetenz“, sagt Ewald Grimmeisen, Geschäftsführer bei Wahl in Unterkirnach.

Hier im Schwarzwald hat man Erfahrung in diesem Geschäft. Bereits 1959, damals noch unter dem Namen Moser, wurden in Unterkirnach Haarschneider entwickelt und gebaut. Erfunden allerdings hatte das Gerät 40 Jahre zuvor der Amerikaner Leo J. Wahl.

Seine Nachkommen waren es auch, die das Unternehmen Kuno Moser 1996 übernahmen. Aus Moser in Unterkirnach wurde die Wahl GmbH, eine Tochter der Wahl Clipper Corporation in Sterling, Bundesstaat Illinois in den USA. Das Werk im Schwarzwald ist heute eine von fünf Produktionsstätten auf drei Kontinenten. 200 Beschäftigte arbeiten hier, weltweit hat die Wahl Clipper Corporation rund 3.000 Mitarbeiter.

Maschinen für Tierfrisuren immer stärker gefragt

Die umsatzstärkste Marke in Unterkirnach heißt „Moser“. Unter diesem Label werden Tierhaarschneider für den Heimbedarf hergestellt sowie Profihaarschneider für die Friseurbranche. Unter dem Label „Wahl Professional“ entwickeln die Mitarbeiter im Schwarzwald Haarschneider für Hundefriseure, produziert wird allerdings in Ungarn. Der Tierbereich wächst stark. Er legt pro Jahr um etwa 5 Prozent zu, so Geschäftsführer Grimmeisen.

Jeder Schneidsatz wird im Werk auf seine Qualität geprüft

In der Produktionshalle surrt der Elektroschrauber. Chiara Scarale gehört zu den Frauen, die Schneidsätze montieren und prüfen. In Ordnung ist der Schneidsatz erst, wenn die Kurve auf dem Bildschirm des Messgeräts grün aufleuchtet. „Wir testen jeden Schneidsatz“, sagt sie, und Ewald Grimmeisen ergänzt: „Das ist Qualität.“

Von Akkordarbeit kann nicht die Rede sein. Hier wird nicht unzählige Male am Tag derselbe Handgriff gemacht. Ganze Schneidsätze und komplette Haarscherer werden zusammengebaut. Zwar müssen die Mitarbeiterinnen eine gewisse Stückzahl produzieren, dennoch werden sie nach Stunden bezahlt und erhalten am Jahresende eine Prämie.

„Das bringt uns in eine Win-win-Situation“, erklärt Produktionsleiter Helmut Obergfell. „Die Mitarbeiter sind motivierter und identifizieren sich mit den Produkten, die sie herstellen. Außerdem produzieren sie weniger Ausschuss und sind seltener krank, weil die Arbeit weniger belastend ist.“

Die nagelneue Halle nebenan ist erst kürzlich eingeweiht worden. Hier werden die Metallrohlinge für die Schneidsätze geschliffen und poliert. Es ist lauter als in der Halle, in der die Frauen arbeiten. Doch auch hier gibt es viel Licht. „Wir sind sehr daran interessiert, attraktive Arbeitsplätze zu bieten“, sagt Grimmeisen. „Die Mitarbeiter sollen ihre Arbeit mögen.“


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