Made in Solingen

Gutes Geschäft mit scharfem Design


Alles so schön bunt hier: Credo bringt Farbe an Scheren, Hobel und Feilen

Solingen. Wenn die Sonne scheint und ein laues Lüftchen weht, zeigt frau gern Fuß. Dann werden die Zehennägel auf Hochglanz gebracht und, natürlich, die hässliche Hornhaut muss weg. Das verhilft Credo zu einem guten Geschäft: Das Solinger Familienunternehmen ist führender Hersteller von Werkzeugen für Maniküre und Pediküre.

In 70 Ländern wird mit seinen Instrumenten geknipst, geschnitten, gefeilt, gehobelt und geraspelt. Während die professionelle Hand- und Fußpflege Edelstahlwerkzeuge benötigt, die öfters sterilisiert werden können, reicht zu Hause eine Chrom-Oberfläche. Dabei gilt für alle Credo-Produkte: Die scharfen und spitzen Teile müssen sauber verarbeitet sein und bequem in der Hand liegen.

2009 war eines der besten Jahre

Das traditionsreiche Markenzeichen „Made in Solingen“ steht vor allem in Asien hoch im Kurs, weiß Gabriele Beer, Leiterin des Exports außerhalb der EU. Auch wenn die Scheren, Feilen und Hornhauthobel von Credo eher zum höheren Preissegment gehören: Eine aufstrebende Mittelschicht investiert gern in ihr Äußeres. Demnächst will Credo eigene Läden in China eröffnen.

Krise? An Credo spurlos vorübergegangen. Die steigende Nachfrage nach Schönheitsartikeln auch aus der Türkei und Ägypten machte den gewaltigen Umsatzeinbruch in den USA mehr als wett, freut sich Firmenchefin Gabriele Kracht: „2009 war unser bestes Jahr seit langem.“

Kaum zu glauben, denn 2009 fiel für die deutsche Schneidwaren-Industrie verheerend aus: Der Umsatz sank laut Branchenverband IVSH um ein Fünftel auf 838 Millionen Euro. In fast allen wichtigen Märkten wurden weniger Küchen- und Klappmesser, weniger Scheren, Rasierer und Bestecke verkauft. Nur der China-Export legte zu.

Bei Credo dagegen stehen die Zeichen weiter auf Wachstum. Bis Ende Juli stieg der Umsatz um 6 Prozent.

Das schafft neue Arbeitsplätze. Und Lehrstellen, zum Beispiel für Nick Schieferdecker. Bislang half der 21-Jährige zeitweise im Lager aus. „Er ist uns durch sein Talent und Interesse aufgefallen“, so Kracht, „da haben wir ihm angeboten, sich zum Fachlageristen ausbilden zu lassen.“

Klingen in Kunststoff sind der Clou

Seit sie vor knapp 20 Jahren die Firma von ihrem Vater übernommen hat, konnte sie den Umsatz nahezu vervierfachen. Vor allem Mut zu Farbe und poppigem Design beweist die Unternehmerin. So gestaltete Credo Feilen und Scheren auch schon mal mit Zebrastreifen und Leopardenflecken – mit Erfolg.

Vor der scharfen Klinge eines Hornhauthobels haben viele Kunden Respekt, trauen sich nicht, sie auszuwechseln. Deshalb hat Credo den Ersatz in Kunststoff eingebettet. „Darauf haben wir ein Patent“, sagt Kracht und schmunzelt. „Den Hobel kann man nur mit unseren Klingen nutzen.“

 

Info: Credo

Nagelfeilen, -scheren und -knipser, Hornhauthobel und -raspeln, Nasenhaartrimmer und andere Instrumente für die Schönheitspflege – all das stellt die Credo Stahlwarenfabrik Gustav Kracht GmbH & Co. KG in Solingen her. Sie hat 45 Mitarbeiter und setzte im letzten Jahr 5,4 Millionen Euro um. Knapp zwei Drittel davon brachte der Export.

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