Lehre 2009

Gute Chancen… trotz allem


Denn die Zahl der Bewerber geht stark zurück

Nürnberg/Bonn. Besitzer eines Ausbildungsplatzes – werden sie wegen der Rezession demnächst etwas Besonderes sein, bewundert, umschwärmt, angehimmelt?

Von wegen. „Die Bewerber-Stellen-Relation ist derzeit sogar besser als in den Jahren zuvor“, macht die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg Mut. Im Klartext: Die Chance, im September in die Lehre zu starten, ist trotz Krise größer und nicht kleiner geworden.

Lage ist viel stabiler als 2002

Die Bundesagentur beruft sich dabei auf ihre Zahlen für Angebot und Nachfrage. Demnach wurden bis Mai 2009 für das kommende Ausbildungsjahr 371.700 Plätze gemeldet. Das waren zwar 8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor – doch die Zahl der Bewerber lag um 14 Prozent  niedriger, bei 44.2600.

Bis Jahresende werde es voraussichtlich erneut keine Lücke zwischen Bewerbern und Angebot geben, sagte Hans Heinrich Driftmann, der Präsident des Wirtschaftsverbandes DIHK (der Dachorganisation der Industrie- und Handelskammern).

Driftmann schließt zwar nicht aus, dass Betriebe in den nächsten Monaten noch Lehrstellen abmelden. Aber er legt sich fest: „Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sind in der Tendenz so gut wie in den vergangenen Jahren.“

Das in Bonn ansässige Bundesinstitut für Berufliche Bildung rechnet bis zum Jahresende mit „zwischen 580.000 und 600.000“ angebotenen Plätzen – das wären 16.000 bis 36.000 weniger als im Vorjahr. Zum Vergleich: Im Jahr 2002, als die Wirtschaftsleistung stagnierte, ging die Zahl der Lehrverträge schlagartig um 42.000 zurück. Das war für Wirtschaft und Politik der Anlass, im Jahr 2004 einen „Ausbildungspakt“ zu gründen.

Die Berufsstarter 2009 profitieren kräftig von der Demografie. Kleiner werdende Jahrgänge und absehbarer Fachkräfte-Mangel halten die Konkurrenz klein und das Engagement der Betriebe bei der Ausbildung hoch:

Dieses Jahr gibt es 37.000 Schulabgänger weniger. Zudem sinkt laut Bundesagentur aktuell die Zahl der Altbewerber, die ein Jahr und mehr nach Schulabschluss noch einen Platz suchen, um 73.000 – die Zahl liegt jetzt bei 215.000.

Nach einer DIHK-Umfrage vom März wollen 59 Prozent der Betriebe so viel ausbilden wie 2008 – und 14 Prozent sogar mehr. Als Ersatz für wegfallende Plätze werben Verbände und Kammern kräftig neue ein. 

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Schlagwörter: Personalpolitik

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