Krankenstand

Gute Besserung!


Die Deutschen fehlen wieder etwas häufiger am Arbeitsplatz

München. Winterzeit ist Erkältungszeit: Nasskaltes Schmuddelwetter erhöht das Risiko für Schnupfen, Husten oder sogar Fieber. So springen in Unternehmen die Fehlzeiten der Mitarbeiter schon einmal nach oben, wenn’s draußen richtig ungemütlich ist.

Eine Grippewelle hat zum Beispiel in der Statistik der Alpma Alpenland Maschinenbau GmbH in Rott am Inn 2008 Spuren hinterlassen. Dort ist die Fehlquote der rund 500 Mitarbeiter auf 2,3 Prozent nach 2,1 Prozent im Vorjahr gestiegen.

Das heißt, die Beschäftigten fehlten im Schnitt 2,3 Prozent ihrer Arbeitszeit. Zahlen, über die sich der kaufmännische Leiter Christoph Detter aber freut: „Wir haben schon immer einen sehr nied­rigen Krankenstand ge­habt.“ 

Das zeigt der Vergleich mit der gesamten deutschen Wirtschaft. Das Ge­sundheitsministerium er­mittelte   für   das vergangene Jahr eine durchschnittliche Fehlquote von 3,4 Prozent. Das sind nach groben Hochrechnungen siebeneinhalb Tage. Im Jahr zuvor waren es 3,2 Prozent.

Dem leichten Anstieg ging eine nahezu stetige Abnahme   voraus: Der Wert für 2007 war der niedrigste seit der deutschen Wiedervereinigung – in Westdeutschland sogar seit 1970, dem Beginn der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

 

Positiv bleibt trotz der Zunahme: International gesehen ist der Krankenstand in Deutschland niedrig. Die Un­ternehmen tun auch etwas dafür, damit ihre Mitarbeiter gesund und fit bleiben. So bietet Siemens unter dem Motto „Vorsorgen ist besser als heilen“ medizinische Betreuung und Gesundheits-Programme an. Das reicht von Untersuchungen bis zu Seminaren mit Tipps für Ernährung, Bewegung und Entspannung.

Firmeneigenes Fitness-Studio

Mit einem Krankenstand von 3,5 Prozent lag Siemens im vergangenen Geschäftsjahr minimal über dem Bundesdurchschnitt und dem Vorjahr.

Das Thema „Gesundheit der Mitarbeiter“ hat auch Mühlbauer in Roding an­gepackt.  Seit  2004  gibt es ein firmeneigenes Fitness-Studio zu günstigen Konditionen für Mitarbeiter und ihre Partner.

„Etwa ein Viertel un­serer Belegschaft nutzt das regelmäßig“, weiß Firmensprecher Tilo Rosenberger-Süß. Trainer erstellen Übungs­pläne und spornen die Aktiven an, nicht schon nach zwei Besuchen schlappzumachen. Die Öffnungszeiten sind an die Schichtarbeit angepasst.

Ob der Krankenstand aber seit Eröffnung des Fitness-Studios zurückgegangen ist, kann Rosenberger-Süß nicht sagen: „Wir wollen gar nicht überprüfen, ob die Einzelnen dadurch weniger krank sind – aus Datenschutzgründen.“

Sportliche Mitarbeiter sieht auch Maria Reiß, Leiterin Personalentwicklung der Carl Schlenk AG in Roth, gern. Der Spezialist für Metallfolien und -pigmente bietet seiner 450-köpfigen Belegschaft Impfungen, Lauftraining, Rückenschulungen und Yoga an. Reiß: „Kommen müssen die Teilnehmer aber aus eigenem Antrieb.“

Fitness fördert der Staat seit 2008: 500 Euro der Ausgaben für die Gesundheits-Vorsorge können pro Jahr und Mitarbeiter steuerlich geltend gemacht werden. Reiß: „Auf jeden Fall auch für uns interessant.“ 

Joachim Herr/Eva Schröder

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