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„Gut Pfad!“


Motto der Pfadfinder: Lernen, indem man Dinge selber tut. Foto: Brosch

Was der Kaeser-Azubi Bernhard Pfund in sein Ehrenamt investiert – und was er davon hat

Lichtenfels. Mit roten Wangen kommen die „Wölflinge“ vom Geländespiel. Eine Wiese nahe der Stadt Lichtenfels in Oberfranken, das Sommerlager des Bamberger Pfadfinder-Stamms Sankt Josef: Müde, aber sichtlich zufrieden mit einem erfüllten Tag sitzen die sieben- bis zehnjährigen Wölflinge mit ihrem Gruppenleiter in ihrem Natur-Quartier.

Wie man die „Kohten“ und „Jurten“ aufbaut, die großen Rundzelte für acht bis zwölf Bewohner, das hat den Kindern der 20-jährige Bernhard Pfund gezeigt. Im wahren Leben ist er angehender Industriemechaniker beim Coburger Kompressoren-Hersteller Kaeser.

Fertigkeiten für andere einsetzen

Lernen, indem man Dinge selbst tut – das ist das Motto der Pfadfinder. Pfund ist seit drei Jahren dabei. „Ich habe Spaß daran, mit Kindern zu arbeiten“, sagt er. Demnächst wird er eine pädagogische Fortbildung machen. Erste Erfahrungen in diesem Bereich hat er zunächst während eines Praktikums in einem Kindergarten gesammelt – bevor dann doch am Ende das Interesse für Metallbearbeitung den Ausschlag für seine Berufswahl gegeben hat.

Sechs Stunden Freizeit pro Woche steckt der Kaeser-Azubi in sein Ehrenamt bei den Pfadfindern. Und das ist nicht alles: Damit er montags pünktlich zur Gruppenstunde da sein kann, ist er für die Ausbildung nicht von Bamberg nach Coburg gezogen, nimmt stattdessen täglich knapp zwei Stunden Fahrerei in Kauf.

Sein Arbeitgeber weiß das zu schätzen. Auf Vorschlag seines Personalleiters wurde Pfund kürzlich mit dem „Dr. Kapp-Vorbildpreis“ ausgezeichnet, mit dem der Bayerische Unternehmensverband Metall und Elektro in Oberfranken das gemeinnützige Engagement seiner Auszubildenden belohnt.

Pfund ist bei den Pfadfindern auch Materialwart – und damit zum Beispiel für die Reparatur der Zelte zuständig. „Manchmal muss ich auch schnell eine neue Schraube beschaffen“, berichtet er. „Wenn nötig, kann ich die auch selbst anpassen.“ Doch sein Interesse geht natürlich weit über das Technische hinaus. Vom Völkerballspielen im Freien bis zum Basteln im Gruppenraum des Gemeindehauses: gemeinsam eine schöne Zeit haben, ist Ziel und Zweck der Treffen.

„Der Spaßfaktor ist riesig“

Verantwortung für sich und andere übernehmen – und die Bereitschaft zum ständigen Lernen. Das wird bei den Pfadfindern erwartet. Auf die Idee, sich hier zu engagieren, ist Pfund von seinem Stiefvater gebracht worden, der den traditionellen Pfadfinder-Gruß „Gut Pfad!“ früher selbst jahrelang gerufen hat.

Und seine Bilanz? Wer ehrenamtlich tätig ist, bekommt mindestens so viel zurück, wie er investiert. „Egal, wo man Pfadfinder trifft, man hat sofort eine Verbindung“, erläutert der junge Mann seine Motivation. „Und der Spaßfaktor ist riesig.“

Meine Arbeit

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?

Ich habe erst einmal verschiedene Praktika gemacht. Dann war klar: Das Arbeiten mit Metall ist mein Ding.

Was gefällt Ihnen besonders?

Das Material ist einfach toll. Bearbeiten und montieren: Ich kann kreativ sein, muss mir immer wieder etwas Neues einfallen lassen.

Worauf kommt es an?

Wer in der Ausbildung zum Industriemechaniker kein handwerkliches Geschick hat, ist fehl am Platz.

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Schlagwörter: Ausbildung

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