Gut in Form

Gusstechnik: Doering liefert Werkzeuge für Automobil- und Maschinenbau

Sinn. Aufmerksam überprüft Oliver Fritsch nochmals das Modell, das zuvor mit einem 3-D-Messgerät kontrolliert wurde. Dann setzt er mit Filzstift sein Zeichen. Damit gibt er das Modell aus Schaumstoff frei für den Abguss.

Viele Stunden haben Fritsch und seine Kollegen bei Doering in Sinn investiert, um das Modell eines Ziehwerkzeugs für die Produktion von Kotflügeln zu erschaffen. In der Gießerei entsteht dann der Abguss für diese Form aus Eisenguss.

Das Unternehmen – 1858 gegründet und bis heute im Familienbesitz – hat sich als Spezialist für gegossene Lösungen weltweite Absatzmärkte erobert in den Bereichen Werkzeugguss, Modellbau, Mahlkörper und Armaturen. Mit 150 Mitarbeitern werden pro Jahr bis zu 25.000 Tonnen Guss hergestellt.

Mit Feuer und Eisen Ideen Gestalt geben

Die Produkte sind Werkzeug- und Maschinenguss, nach dem Vollformgießverfahren hergestellt, Mahlkörper (Cylpebs) zur Zerkleinerung unterschiedlichster Mineralien und Erze sowie Schwerarmaturen für Industrieanwendungen. „Wir begleiten unsere Kunden auf dem Weg von der Konstruktion bis zum fertigen Gussteil und optimieren die Gießtechnik und Werkstoffe“, erläutert Geschäftsführer Bernhard Cloos.

Die vom Kunden freigegebenen Modelle werden beschichtet und in Sand eingeformt, ehe die Form mit flüssigem Eisen abgegossen wird. Strömt das fast 1.500 Grad heiße Eisen in die Form, verbrennt das Schaumstoffmodell sofort. „Der Umgang mit Feuer und Eisen, um einer Idee Gestalt zu geben, ist das Faszinierende an der Arbeit bei uns“, erläutert Personalchef Ulrich Eichmann.

Viele Mitarbeiter sind bereits in der zweiten und sogar dritten Generation bei Doering. Oder sie kamen über ein Praktikum zu einem der verschiedenen Ausbildungsberufe, zum Beispiel zum Gießereimechaniker oder technischen Modellbauer.

Mit Know-how und umfassendem Service versucht man, der Konkurrenz voraus zu sein. In den letzten Jahren wurde in neue Hallen und Anlagen investiert, um Gussteile bis 25 Tonnen Stückgewicht produzieren zu können.

2015 will Doering rund 1 Million Euro für neue Sozialräume und die Luftreinhaltung ausgeben. Aber es wird immer schwieriger, in den Märkten zu bestehen. „Viele Auflagen in Deutschland führen zu Wettbewerbsverzerrungen“, so Geschäftsführer Cloos. „Allein die EEG-Umlage zur Ökostrom-Förderung kostet uns fast eine halbe Million Euro im Jahr, die ausländische Wettbewerber und auch manch andere hier in Deutschland nicht aufbringen müssen.“


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