Pflanzen

Grüner Daumen aus dem Weserbergland


Neudorff setzt bei seinen Produkten auf die Kraft der Natur

Emmerthal. Alle Jahre wieder das gleiche Problem: Im Frühjahr säen Hobby-Gärtner Blumen, Gemüse und Salat und setzen Jungpflanzen. Doch über Nacht kommen oft die gefräßigen Feinde. Schnecken fallen über die Pflanzen her und lassen nicht mehr viel übrig.

„Im Vorteil ist, wer Igel und Spitzmäuse im Garten hat. Denn sie können die Schneckenplage eindämmen“, sagt Sabine Klingelhöfer. „Doch wer Blumenbeet und Ernte wirksam sichern will, soll-te unser Schneckenkorn einsetzen“, fügt die Gartenbau-Ingenieurin von der W. Neudorff GmbH KG an.

Das Besondere an dem Schneckenkorn aus Emmerthal: Es enthält als Hauptwirkstoff Eisen-III-Phosphat. Das wird von den Schnecken aufgenommen und wirkt zuverlässig, ist aber für Vögel, Igel, Bienen, Regenwürmer und Haustiere ungefährlich. „Wir haben das Produkt vor zwölf Jahren ins Sortiment aufgenommen. Jetzt gehört es zu unseren Top-Sellern“, sagt Klingelhöfer.

Umweltschutz hat Tradition

Naturgemäßes Gärtnern mit umweltschonenden Produkten – das macht den Betrieb aus. Schon Jahrzehnte, bevor Umweltschutz im öffentlichen Bewusstsein angekommen war, stellte Neudorff „grüne“ Produkte her.

1959 begann der damalige Geschäftsführer Hellmut Kulenkampff mit der Entwicklung naturgemäßer Gartenartikel. Sein Ziel: Alle Probleme in Haus und Garten, die durch Schädlinge oder Krankheiten verursacht werden, durch Wirkstoffe zu lösen, die so auch in der Natur vorkommen.

Schwerpunkte des Sortiments sind Pflanzenschutzmittel, Präparate zur Bekämpfung von Ungeziefer im Haushalt, organische Dünger, Mittel und Geräte zur Kompostierung, zur Bodenverbesserung und torffreie Erden.

Zehn Jahre bis zur Marktreife

Dabei kann sich der Mittelständler gut behaupten. Im Pflanzenschutz ist Neudorff Marktführer und auch beim Vertrieb nützlicher Insekten, die Schädlinge bekämpfen, gehört die Firma in Deutschland zur Spitze.

Damit das so bleibt, setzen die Emmerthaler auf Forschung und Entwicklung. 2007 ging eine Versuchsgärtnerei in Betrieb. Auf rund 15.000 Quadratmetern Freilandfläche und in Gewächshäusern mit 1.500 Quadratmetern werden unter anderem Schnecken-, Rasen- und Rosenversuche durchgeführt. 15 Mitarbeiter kümmern sich in drei Labors und in der Zulassungsabteilung um neue Produkte und bereiten sie auf die Genehmigung vor. Ein langwieriger Prozess, denn von der Entwicklung bis zur Marktreife können bis zu zehn Jahre vergehen.

Häufig ist auch die Zulassung für fremde Länder ein schwieriges Verfahren, das Neudorff jedoch nicht scheut. Fast die Hälfte des Umsatzes wird im Export erreicht. Wichtigste Märkte sind die Niederlande, Österreich, Schweiz, Norwegen sowie die USA, Kanada, Südafrika und Australien. Auch in Südamerika und Japan ist das Unternehmen engagiert.

 

Info: W. Neudorff GmbH KG

Der Mittelständler Neudorff kann auf mehr als 150 Jahre Erfahrung zurückblicken. 1854 gründete Wilhelm Neudorff, ein Färber mit Neigung zur Chemie, seine Firma in Königsberg. 1903 zog das Unternehmen nach Wuppertal, 1959 nach Emmerthal. Seitdem gehört Neudorff zur ebenfalls in Emmerthal ansässigen Lohmann-Firmengruppe. Heute arbeiten 150 Mitarbeiter an zwei Standorten – Emmerthal und Lüneburg – für Neudorff.

Zudem sind 25 Mitarbeiter im Außendienst unterwegs. Umsatzzahlen veröffentlicht das Unternehmen nicht.

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