Krisen-Bekämpfung

Großes Know-how, große Erfolge


Warum die Firma Franke Jobs sichert

Aalen. Was ist eigentlich das wertvollste Kapital eines Industriebetriebs? Daniel Groz, Chef des Wälzlager-Herstellers Franke, muss nicht lange überlegen: „Unsere Mitarbeiter und unser Know-how“, sagt er. Und: „Beides ist untrennbar miteinander verbunden.“

Daher hat der Erhalt der Arbeitsplätze bei dem Betrieb aus Aalen einen hohen Stellenwert. Die Geschäftsführung und die 210 Mitarbeiter halten zusammen, sie haben im vergangenen Jahr einen Vertrag zur Beschäftigungssicherung geschlossen.

Finanzielle Zugeständnisse

Belegschaft, Geschäftsführung und Firmeneigner sind bereit, finanzielle Zugeständnisse zu machen, um die Stellen des Stammpersonals zu sichern. Und die Firma nutzt dafür nicht nur tarifliche Instrumente: Mit Kurzarbeit passt sie sich schon seit einem Jahr dem reduzierten Auftragsvolumen an.

Besondere Umstände verlangen besondere Lösungen, das wissen die Mitarbeiter auch aufgrund der Produkte, die sie herstellen: Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Entwicklung und Produktion kundenspezifischer Wälzlager (siehe unten) und sogenannter „Linearführungen“, das sind Bauteile für Maschinen.

Basis aller Produkte ist das „Drahtkugellager“, das der Firmengründer Erich Franke  erfunden hat. Es ist anders gebaut als herkömmliche Kugellager und dadurch sehr präzise und belastbar. Mit dieser Idee wurde das Unternehmen zum Spezialisten für besondere Lösungen.

Die „Drahtwälzlager“ des Nischenanbieters finden sich  in Computertomografen, Rundstrickmaschinen sowie in der Verpackungs- und Lebensmitteltechnik. Je nach Anwendung müssen sie Besonderes leisten: In einem Computertomografen beispielsweise rotieren Massen von mehr als 800 Kilogramm mit bis zu 240 Umdrehungen pro Minute um den Patienten. Die Lager müssen möglichst geräusch- und vibrationsarm laufen, um beste Bildergebnisse zu erzielen. „Hier sind wir technologisch führend“, berichtet Firmenchef Groz. Produziert werden die Wälzlager übrigens auf eigens dafür gebauten Maschinen, einzeln oder in kleinen bis mittleren Serien.

Der Firmenchef ist stolz auf seine Mitarbeiter. Mancher arbeitet schon in dritter Generation bei Franke, das ist für ihn Zeichen eines intakten Betriebsklimas.

Der Auftragseingang hat sich halbiert

Wegen seiner Vielseitigkeit war der Betrieb bisher wenig konjunkturanfällig. Lief es in einem Markt nicht gut, sorgten andere für Ausgleich. „Das hat 2009 nicht funktioniert“, so Groz. „Weil außer der Medizintechnik alles weltweit nach unten ging.“ Der Auftragseingang hat sich halbiert. Dass der Umsatz, der 2008 rund 30 Millionen Euro betrug, nur um 35 Prozent sank, lag am guten Auftragsbestand.

„Vor 2012 werden wir das alte Umsatzniveau wohl nicht erreichen“, sagt Groz. Doch inzwischen nehmen die Bestellungen wieder zu. Franke hat in den letzten Jahren systematisch neue Produkte entwickelt und neue Anwendungsbereiche erschlossen – und hat gute Zukunftsaussichten. 

 

Übrigens ...

Was ist ein „Wälzlager“?

Kugellager kennt fast jeder, aber der Begriff „Wälzlager“ ist nicht so geläufig – dabei ist das einfach der Oberbegriff für Lager, in deren Inneren rollende Körper die Reibung reduzieren. Sie stecken in unzähligen Produkten von der Skateboard-Rolle bis zum Hamsterrad. Schon die alten Römer bauten Wälzlager. Jene der Firma Franke allerdings sind kleine Technologie-Wunder und kommen deshalb vor allem in Maschinen zum Einsatz.

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