Kautschuk

Große Chance in der Krise

Gummi-Hansen investiert 500.000 Euro in den Maschinenpark

Hannover. Krise? Harald Köditz, Geschäftsführender Gesellschafter der Gummi- Hansen GmbH in Hannover, mag das Wort nicht mehr hö­ren. „Noch sehen wir keine Krise. Mag sein, dass die Geschäfte nächstes Jahr nicht mehr so gut laufen. Aber jede Krise hat auch ihre große Chance“, sagt er.

Deshalb steuern Köditz und der zukünftige Geschäftsführer-Kollege Ralf Diener gegen: Der Betrieb investiert 500.000 Euro in seine Zukunft.

Gummi-Hansen ist ein weltweit begehrter Nischenproduzent. Ob Lebensmittel-, Chemie- oder Automobil-Indus­trie, ob Waggonbau oder Lokomo­tivhersteller – mit seinen Formteilen, Schläuchen und Dichtungen ist das traditionsreiche Unternehmen im Stadtteil Wülfel in Hannover stets mit von der Partie.

Geld für Formen und Profile

Aber hier wird nicht von der Stange produziert. „In der Regel treten unsere Kunden mit einer individuellen Anfrage an uns heran“, beschreibt es Ge­schäftsführer Köditz. „Daraufhin entwickeln wir die nötige Mischung und fertigen das gewünschte Produkt – unsere besondere Stärke.“

Mit der halben Million Euro soll der Maschinenpark modernisiert werden, da­mit schneller und besser produziert werden kann. Vor allem für die Fertigungsanlagen der Formen und Profilteile  ist das Geld be­stimmt.

Die Geschäfte laufen bei Gummi- Hansen noch im­mer gut. „In den vergangenen sieben Jahren ha­ben wir ein finanzielles Polster angelegt“, sagt Köditz. „Darauf greifen wir jetzt zurück. Denn wir glauben auch weiterhin an unsere Firma und unsere Mitarbeiter.“

Einer der bewährten Mitarbeiter heißt Uwe Klockow. Er ist sogenannter Mundstückmacher. „Männer mit seiner großen Erfahrung und seinem handwerklichen Geschick sind mit die wichtigsten Leute in unserer Profilfertigung“, weiß Ralf Diener.

Denn das Mundstück muss eingefahren und notfalls sehr lange korrigiert werden. Für jede Mi­schung und jede Härte sind Fachleute wie Klockow gefragt.

Qualität statt Quantität

Ein Beispiel für die Problemlösungen von Gummi-Hansen ist die extrem widerstandsfähige Profildichtung Fluorflex. Werden beispielsweise in der Automobil-Industrie frisch lackierte Karosserien getrocknet, muss dies in absolut luftdichten Räumen bei mehr als 200 Grad geschehen.

Gewöhnliche Dichtungen schmelzen dabei“, berichtet Diener. „Fluorflex hält Temperaturen bis zu 215 Grad stand.“

Die Hannoveraner setzen auf den Technischen Fachhandel, um die Kunden zu erreichen. „Wir pflegen eine sehr enge Partnerschaft. Der Technische Handel ist so etwas wie unser Außendienst“, ergänzt Köditz. Für ihn und seinen Kollegen Ralf Diener „zählen Qualität statt Quantität“. Darauf will das Unternehmen auch in Zukunft bauen und greift für die beschlossenen Investitionen tief in die Firmenkasse. Köditz: „Wir haben den Mut, der anderen vielleicht fehlt.“

Werner Fricke


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