Maschinenbau

Großabwasch beim Oktoberfest


Die Spülmaschinen bei der „Wies’n“ sind fast alle vom Innovationsführer Winterhalter

Meckenbeuren. Das Münchner Oktoberfest: Letztes Jahr tranken die Besucher insgesamt fast sieben Millionen Maß Bier, aßen eine halbe Million Hendl. Und wer macht den Abwasch? Ein Baden-Württemberger! Genauer gesagt ein Spülmaschinen-Hersteller.

90 Prozent der Geräte auf der Wies’n sind von Winterhalter aus dem oberschwäbischen Meckenbeuren.

Das Unternehmen stellt seit mehr als 60 Jahren gewerbliche Spültechnik her, ist Markt- und Innovationsführer. Etwa 120 Winterhalter-Geräte laufen beim Münchner Mammut-Event fast rund um die Uhr: Die größte Maschine der Reihe „Bavaria“ ist spezialisiert auf Maßkrüge und schafft 2.800 Stück pro Stunde. Wenn die Krüge wieder herauskommen, sind sie nicht nur blitzblank, sondern auch gekühlt.

Neue Technologie senkt Betriebskosten

Jürgen Winterhalter, der die Geschäfte mit seinem Sohn Ralph Winterhalter führt, erklärt das Erfolgsrezept so: „Wir verkaufen nicht nur eine Maschine, sondern garantieren ein hygienisch reines Spülergebnis.“ Deshalb hat Winterhalter beim Oktoberfest sogar immer einen Monteur vor Ort. Der ist sofort zur Stelle, falls eine Maschine ausfällt.

Strategie des Familienunternehmens ist, stets mit Innovationen auf Trends zu reagieren. Aktuell ist für Wirte wichtig, Energie zu sparen. Ralph Winterhalter weiß: „Gastronomen schauen weniger auf die Anschaffungskosten, sondern betrachten die Betriebskosten über mehrere Jahre.“

Deshalb hat das Unternehmen ein Energiesparkonzept entwickelt und patentieren lassen: Beim Nachspülen wird die Energie des Wasserdampfs genutzt, um das Frischwasser zu erwärmen. Auf diese Weise können Wirte in acht Jahren bis zu 7.000 Euro sparen. Zugleich verbessert sich das Raumklima, weil der Dampf nicht entweicht. Dafür hat Winterhalter einige Auszeichnungen bekommen.

An Entwicklung wird nicht gespart

Die jüngste Innovation ist eine Untertisch-Spülmaschine, die für verschiedene Einsatzzwecke individuell programmierbar ist. Trotzdem muss der Bediener nur einen Knopf drücken, um sie zu starten. „In diese Neuentwicklung haben wir 2,5 Millionen Euro investiert“, sagt Jürgen Winterhalter.

Er ist froh um die finanzielle Unabhängigkeit des Familienbetriebs: „Wir sind nicht auf das Wohl eines Bankers angewiesen und müssen keiner Konzern-Mutter Rechenschaft ablegen.“ So sei es leichter, an der Entwicklung neuer Produkte auch in schwierigen Zeiten nicht zu sparen.

 

Info: Winterhalter Gastronom GmbH

Der Spültechnik-Hersteller ist seit drei Generationen in Familienbesitz und beschäftigt weltweit 965 Mitarbeiter, davon rund 330 am Hauptsitz in Meckenbeuren am Bodensee und 50 in Endingen am Kaiserstuhl. Winterhalter betreibt weltweit Vertriebsniederlassungen und exportiert rund 70 Prozent aller Produkte.

www.winterhalter.de

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