Globalisierung

Goodyear Dunlop erweitert Standort Wittlich


Erneuerung von Lkw-Reifen: Investitionen von 3,7 Millionen Euro und 90 zusätzliche Arbeitsplätze

Eine positive Nachricht für den Reifen-Standort Deutschland: Goodyear Dunlop erweitert mit beträchtlichem Aufwand sein Werk in Wittlich (Rheinland-Pfalz). Bis Herbst will das Unternehmen dort 90 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Bisher sind in Wittlich 900 Mitarbeiter beschäftigt.

„Die Konjunktur zieht an“, sagt Rainer Landwehr, Vorsitzender der Geschäftsführung der Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH. „Vor allem im Lkw-Segment sehen wir in der Erstausrüstung und im Ersatzmarkt deutliches Wachstum gegenüber dem Vorjahr.“

Erfolg im Wettbewerb

Nun hat der Konzern darauf reagiert – und entschieden, 3,7 Millionen Euro vor allem in eine Premium-Werkerneuerung für Lkw-Reifen in Wittlich zu investieren – einem von bundesweit sechs Produktionsstandorten. Insgesamt fertigt Goodyear in Deutschland mit rund 7.300 Mitarbeitern die Reifenmarken Goodyear, Dunlop, Fulda, Pneumant, Sava und Debica.

Das Werk Wittlich produziert Reifen für Personenwagen, Transporter und Lastwagen – in etwa 220 Größen, sowohl für die Erstausrüstung als auch für das Ersatzgeschäft. Lkw-Reifen sind zurzeit besonders stark gefragt. In Wittlich werden sie nicht nur gefertigt. Es ist auch der Standort des europäischen Transport- und Logistikzentrums für Lkw-Reifen. „Von hier aus gehen die Reifen an Kunden in ganz Europa“, erklärt Werkdirektor Harald Kandzia.

Er freut sich über die Entscheidung, dass der Konzern künftig außer in Riom (Frankreich) und Wolverhampton (Großbritannien) auch in Wittlich Lkw-Reifen runderneuert. Die 90 zusätzlichen Arbeitsplätze werden vor allem für die neue Werkrunderneuerungsanlage benötigt. Bei der konzerneigenen Heißrunderneuerung kommt es darauf an, den Unterbau abgefahrener Lkw-Reifen, die Karkasse, mit einer neuen Lauffläche zu versehen. Sie haben dann die gleichen Eigenschaften wie neue Reifen.

Mitarbeiter nutzten die Krise

Die frohe Kunde über die Millionen-Investition hört man in Wittlich besonders gern. Hatte es doch noch im vergangenen Jahr so gar nicht danach ausgesehen, dass die Belegschaft bald so kräftig ausgeweitet werden würde.

Die Mitarbeiter bekamen damals die allgemeine Krise im Reifengeschäft schmerzhaft zu spüren. Die Aufträge,  vor allem im Nutzfahrzeuggeschäft, brachen dramatisch zusammen. Das Unternehmen nutzte Kurzarbeit und alle flexiblen Elemente des Tarifvertrages – und konnte auf diese Weise betriebsbedingte Kündigungen komplett vermeiden.

Die Mitarbeiter engagierten sich ihrerseits und nutzten die freie Zeit zur Weiterbildung. Werkdirektor Kandzia bilanziert: „Ich freue mich sehr, dass wir in dieser schwierigen Zeit die Arbeitsplätze unserer Beschäftigten sichern konnten und nun zusätzliche Mitarbeiter einstellen können. Das Investment unterstreicht zudem das Bekenntnis des Konzerns zum Standort Deutschland.“

Werner Fricke

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