Standort D

Göttingen wird für Novelis immer wichtiger


Neues Technologiezentrum wertet den niedersächsischen Standort weiter auf

Wieder hat sich ein weltweit arbeitender Konzern entschlossen, seine Forschung nach Deutschland zu verlegen. Das bringt Ansehen und Arbeitsplätze. Niedersachsen kann sich freuen.

Anzug und Krawatte sind bei den Werkstoffprüfern  Jan Pape und Michael Heinemann eher selten gefragt. Doch kürzlich war ein besonderer Anlass: Die Novelis Deutschland GmbH hat ihr neues Technologie- und Entwicklungszentrum eingeweiht.

Ein großer Tag. Denn die hellen Laborräume mit der Technik vom Feinsten, das ist das  neue berufliche Zuhause von Pape und Heinemann. „Eine ganz andere Art zu arbeiten“, sagen beide übereinstimmend.

Rund 2,4 Millionen Euro investierte der Novelis-Konzern in den Umbau des dreigeschossigen  Gebäudes  –  eine  deutliche Aufwertung des Standortes Göttingen. Forschung und Entwicklung – das bedeutet Innovation und Zukunft, neue Produkte und Standortsicherheit.

Jetzt kommt Licht ins Dunkel

Bis jetzt hatte Novelis seine Forschung in Großbritannien angesiedelt. Hier in Niedersachsen können die Spezialisten nun noch enger mit der Produktion zusammenarbeiten.  „Wir sind in der Lage, schneller auf Marktentwicklungen zu reagieren“, sagt Werkleiter Stefan Erdmann. Das neue Technologiezentrum ermöglicht es, wichtige Tests durchzuführen und Prozesse zu simulieren, um so  neue Fertigungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Die Ingenieure von Novelis sind dabei, Aluminiumoberflächen elektrochemisch aufzurauen. Das ist wichtig für die Hersteller von Druckplatten  und kann den Offsetdruck ein Stück nach vorne bringen.

Besonders eindrucksvoll: Novelis hat eine Methode erfunden, um Licht auf Aluminium-Oberflächen zu speichern. Diese Technik eignet sich beispielsweise zum Einsatz in Gebäuden oder Tunneln und kann im Notfall den Fluchtweg markieren. „Aluminium bietet noch viele  unentdeckte Einsatzmöglichkeiten“, sagt Erdmann. Diese wollen er und sein Team weiter erforschen.

Gute Aufstiegschancen

Wie viele andere Unternehmen auch benötigt Novelis händeringend Ingenieure. Um Nachwuchs zu gewinnen, hält der Betrieb engen Kontakt zu den Schulen der Region.

Erdmann hat selbst im Göttinger Novelis-Werk einen dualen Studiengang absolviert und sich zum „General Manager“ qualifiziert. „Wir wollen allen unsere spannenden Berufe und guten Aufstiegschancen vorstellen“, sagt  er. Mit dem neuen Zentrum lässt sich dabei besonders gut werben. 

Werner Fricke

 

Info: Novelis GmbH

Mit seinen 850 Mitarbeitern ist das Novelis-Werk in Göttingen Spezialist in der Lieferung von gewalzten Aluminiumprodukten.

Die Hauptprodukte umfassen hochwertige Materialien für die Druck- und Verpackungsindustrie sowie Farbaluminium. Durch das Fließpressverfahren werden hier außerdem Flaschen, Kartuschen, Dosen und Gehäuse aus Aluminium hergestellt.

Novelis ist das weltweit größte Unternehmen für gewalzte Aluminiumprodukte. In elf Ländern produzieren 12.900 Mitarbeiter.

 

„Unser Unternehmen spielt in der ersten Liga“

Novelis-Werkleiter Stefan Erdmann zu den Vorteilen des  neuen Forschungszentrums und zur Bedeutung für die Arbeitsplätze.

Interview

AKTIV: Novelis ist ein internationaler Konzern. Warum ist die Wahl für das neue Forschungszentrum auf  Göttingen gefallen?

Erdmann: Wir in Göttingen haben für die Forschungs- und Entwicklungsbereiche Farbaluminium, Can und Litho die größte Erfahrung und eine ideale Lage, um die weltweiten Märkte zu bedienen. Unsere Technologen und Wissenschaftler sind dank des neuen Forschungszentrums in der Lage, sehr eng mit der Produktion, den Verkaufsteams und bei Bedarf auch direkt mit den Kunden zusammenzuarbeiten.

Worin liegt der Vorteil des neuen Forschungszentrums?

Im Faktor Zeit. Die Ergebnisse für wichtige Projekte können wir unseren Kunden jetzt viel schneller zur Verfügung stellen als es jemals zuvor möglich war. Unsere  Wettbewerbsfähigkeit steigt.

Was bedeutet dies für den Standort und die Mitarbeiter?

Der Standort Göttingen macht damit innerhalb des Novelis-Konzerns einen weiteren Sprung nach oben. Höhere Produktivität und Schnelligkeit wirken sich eindeutig positiv auf die Sicherheit aller Arbeitsplätze am Standort Göttingen aus.

Im Forschungszentrum sind zusätzlich vier neue Wissenschaftler und drei Technologen eingestellt worden. Wir suchen noch Ingenieure aus den Fachbereichen Polymer-Wissenschaften, Lacktechnik und Modelling.

Novelis ist ein Weltkonzern, aber selbst Tochter der Hindalco-Gruppe, die wiederum zu Aditya Birla,  einem multinationalen Mischkonzern in Indien gehört. Wo steht da das Werk Göttingen?

Wir haben hier unsere Wurzeln und sehen uns auch als südniedersächsisches Unternehmen. Deshalb engagieren wir uns auch in der Region, haben Kooperationen mit örtlichen Schulen, knüpfen Netzwerke mit der TU Clausthal, unterstützen die hiesigen Bundesliga-Basketballer. Für uns ist Göttingen ein wichtiger Standort. Wir alle spielen in der ersten Liga. 

Interview: WF

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