Mädchen und Technik

„Girls’ Day“ weltweit einzigartig


Faszination Technik: Das Unternehmen Röder Präzision im hessischen Egelsbach (Bild vom Vorjahr) führt auch diesmal anschaulich vor, was Fluggerätmechanikerinnen machen. Foto: Scheffler

Der 22. April: Ein wichtiger Termin für alle Mädchen der Klassen fünf bis zehn!

Sind Lokomotiven und Lastwagen, Maschinen und Werkzeuge wirklich  nur was für Männer? Jedenfalls ergreifen Mädchen kaum technische Berufe. Obwohl es 349 duale Ausbildungsberufe gibt, verteilte sich die Hälfte aller Ausbildungsverträge von jungen Frauen zuletzt auf nur neun Berufe. Darunter ist kein einziger ein technischer.

Dabei wollen die Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie auch junge Frauen. Wie der Automobil-Zulieferer Brose mit Hauptsitz in Coburg (Bayern). Ausbildungsleiter Michael Stammberger: „Vielen Betrieben, auch Brose, fehlt es zunehmend an Nachwuchs in den technischen Berufen.“

Deshalb macht sein Unternehmen am 22. April beim Girls’ Day mit – so wie Tausende andere. Diese weltweit größte Berufsorientierungs-Initiative für Schülerinnen der Klassen fünf bis zehn findet schon zum zehnten Mal statt, und sie stößt auf bemerkenswerten Anklang. Bisher haben 900.000 Mädchen mitgemacht. Einige Veranstaltungen sind Wochen vorher ausgebucht.

Spannende Berufe, gute Chancen

Bei Bombardier in Kassel erfahren Mädchen, wie eine Lokomotive gebaut wird. „Die Resonanz war in den vergangenen Jahren sehr gut“, so Mitorganisator René Schumacher von der Jugend- und Auszubildendenvertretung, die den Girls’ Day ausrichtet. „Neben Anfragen für Bewerbungen erhielten wir für diesen ganz besonderen Tag sogar Dankesbriefe.“

Bei Brose geht’s darum, wie der Alltag etwa einer Mechatronikerin und einer Fachinformatikerin aussieht. Der Autohersteller Ford in Köln zeigt, wie ein Fiesta entsteht. Die Mädchen dürfen meist an die Maschinen. Vielleicht liegt darin das Erfolgsgeheimnis: 36 Prozent der Teilnehmerinnen bekunden im Anschluss Interesse an einem Praktikum oder einer Ausbildung bei der betreffenden Firma. Mehr als jeder fünfte beteiligte Betrieb erhält Bewerbungen von Teilnehmerinnen.

Die Branche bietet ihnen  „hervorragende Chancen“, sagt Brose-Ausbildungsleiter Stammberger. Sprich: Bessere Karriere-Möglichkeiten und mehr Geld als in vielen klassischen Frauenberufen. Nach einer Facharbeiter-Ausbildung können sie bereits mit rund 2.400 Euro brutto im Monat rechnen.

Wer am 22. April dabei sein will, sollte sich unbedingt sofort anmelden: Im Internet auf www.girls-day.de klicken, nach einer „Action“ in der Nähe suchen und Platz sichern! Auf der Website gibt’s auch das Formular für die Freistellung vom Schulunterricht.

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Schlagwörter: Ausbildung

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