Neue Regeln für klassischen Ausbildungsberuf

Gießereimechaniker sind künftig flexibler einsetzbar

Heißer Job: Gießereimitarbeiter im Einsatz. Foto: SCHEFFLER

Düsseldorf. Was lange währt, wird endlich gut – also sollte sie ganz gut geworden sein, die neue Ausbildungsordnung für Gießereimechaniker. Denn daran ist mehr als zehn Jahre gefeilt worden. Seit August gelten nun neue Regeln. Zentraler Punkt: Die bisherigen Fachrichtungen sind Geschichte. In den ersten drei Lehrjahren steht für alle Azubis der gleiche Stoff auf dem Programm.

Gießereimechaniker lernen vor allem, aus flüssigen Metallen und Legierungen Gussteile herzustellen. Für alle möglichen Endprodukte – Autos etwa, Pumpen oder Windkraftanlagen. Die nun einheitlichere Ausbildung hat für beide Seiten Vorteile.

Spezialisierung am Ende der Lehre

„Die Absolventen haben ein breiteres Spektrum an Einsatzmöglichkeiten, die Firmen können ihren Nachwuchs viel flexibler einsetzen.“ So sagt es Dieter Mewes von der VDG-Akademie des Vereins Deutscher Gießereifachleute in Düsseldorf, der an der Umstellung mitgearbeitet hat. Noch ein Plus: „Formal gehört der Gießereimechaniker jetzt zur attraktiven Gruppe der industriellen Metallberufe.“

Pro Jahr beginnen rund 400 junge Menschen diese Lehre. Ihre Spezialisierung erfolgt künftig erst im letzten halben Jahr der insgesamt dreieinhalb Jahre dauernden Ausbildung, dabei gibt es sechs mögliche Schwerpunkte: Maschinenformguss sowie Druck- und Kokillenguss – beide sind wichtig für die Kraftfahrzeugproduktion, außerdem Fein- oder Handformguss, Schmelzbetrieb oder Kernherstellung.

Anlässlich der aktuellen Neuerung blickt der Arbeitgeberverband Gesamtmetall zufrieden auf eine andere Umstellung zurück: 2013 hatte die Fachkraft für Metalltechnik elf altgediente Berufsbilder abgelöst. Die neue zweijährige Ausbildung ist in der Praxis laut Gesamtmetall „sehr schnell und sehr gut angekommen“. Bei der Einführung gab es erst rund 850 neue Lehrverträge, im Vorjahr dann schon 1.230 – und im neuen Lehrjahr dürften es ähnlich viele sein.


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