Weg mit dem Hüftgold

Gesundheit ist in diesen Firmen Chefsache


Den Rücken stärken: Probleme mit dem Kreuz verursachen die meisten Fehltage in den Betrieben. Foto: fotolia

Ludwigshafen. Ein Schritt auf die Waage – und mancher Kollege wird nachdenklich: „Das Gerät zeigt den Anteil des Körperfetts“, erklärt Udo Kratz, Mitarbeiter der Krankenkasse AOK. Die Stunde der Wahrheit schlug am ersten betrieblichen Gesundheitstag der Wöllner-Gruppe in Ludwigshafen.

Hilfe für den Rücken

Immer mehr Chemie-Unternehmen in Rheinland-Pfalz kümmern sich um das Wohlergehen ihrer Belegschaft: Rückenschmerzen zum Beispiel verursachen die meisten Fehltage in deutschen Betrieben, so eine Studie der Krankenkassen. Kein Wunder, dass Wöllner hier den Schwerpunkt setzte.

Für alle Mitarbeiter gab es Leistungsanalysen und praktische Schulungen. Auf einem „Rückenparcours“ und bei Hantel-Übungen konnte jeder testen: Wie fit sind meine Muskeln? Habe ich Ausdauer? Und wie hebe ich Lasten? Dazu gab’s Tipps zum ergonomischen Sitzen – wichtig im Büro, aber auch beim Autofahren.

„Von den rund 200 Mitarbeitern am Standort hat gut ein Drittel aktiv teilgenommen“, bilanziert Personalleiter Stefan Abstein. Der Gesundheitstag soll nun einmal pro Jahr beim Hersteller von Silikaten und Spezialchemikalien laufen.

Gesundheitscheck

Das Pharma-Unternehmen Boehringer Ingelheim bei Mainz finanziert allen Beschäftigten ab 40 Jahren einen Gesundheitscheck. Jeder soll über sein persönliches Risiko Bescheid wissen: „Rund 90 Prozent nehmen das Angebot an“, sagt Michael Schneider, Leiter des betrieblichen Zentrums für Arbeitsmedizin. Er hat den demografischen Wandel im Blick: „Gesundheitsprävention wird für uns als Arbeitgeber zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor.“ Fit halten können sich die Kollegen deshalb im hauseigenen Gesundheitszentrum „BI bewegt“.

Betreut von professionellen Sportwissenschaftlern und -medizinern trainieren hier aktuell 543 Mitglieder. Selbst mit Vorerkrankungen. Schneider: „Der enge Kontakt zum Arbeitsumfeld erlaubt es, für ausgewählte Zielgruppen wie Schichtarbeiter maßgeschneiderte Gesundheitsprogramme zu entwickeln.“

Weg mit dem Hüftgold

Krebsvorsorge, Impfungen, Stressbewältigung oder Sehtests, davon profitieren Mitarbeiter von Abbott. Das Unternehmen entwickelt und produziert Medikamente am Standort Ludwigshafen.

Rauchern finanziert man ein Seminar zum Abgewöhnen, Übergewichtige können mit speziellen Kursen und kalorienarmen Menüs in der Kantine ihr Hüftgold loswerden.

Gesundheit ist bei Abbott Chefsache: Ein Arbeitskreis aus Firmenleitung, Betriebsärzten, Betriebsrat und Arbeitssicherheit koordiniert das Gesundheitsmanagement.

Das Ziel: eine gute Balance zwischen Arbeit und Freizeit sowie gesunde Arbeitsbedingungen schaffen. Dazu befragt das Unternehmen regelmäßig die Belegschaft, die Ergebnisse fließen in Verbesserungsvorschläge.

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