Medizin-Technik

Gestra macht Krankenhäusern Dampf


Armaturenspezialist ist führender Technikausrüster rund um Operationen und Energie

Bremen. Höchste Konzentration ist gefordert. Routiniert führt Professor Stephan Freys das Skalpell. Der Chirurgie-Chefarzt des DIAKO-Krankenhauses setzt einen präzisen kurzen Schnitt an, der Eingriff beginnt – eine von jährlich rund 9.000 Operationen des Krankenhauses in Bremen.

In Operationssälen herrschen besondere hygienische Bedingungen. Alles, was da benutzt wird, muss zuvor sterilisiert werden: Skalpelle und Pinzetten ebenso wie Arztkittel, Bettgestelle und Matratzen. Das geschieht mit Reindampf, der in der Technikzentrale im Keller der Klinik produziert wird. Dort ist es ein Reindampf-Erzeuger der Gestra AG.

Heiße Luft fürs Operieren

Das Bremer Unternehmen gehört seit mehreren Jahrzehnten zu den führenden Ausrüstern für die Tech­nik­abteilungen deutscher Krankenhäuser. „Besonders da, wo viel operiert wird, setzen die Kliniken auf unsere Systeme“, sagt Rolf Cordes, Leiter der System- und Verfahrenstechnik beim Bremer Armaturenhersteller für die Dampf- und Energiewirtschaft.

Krankenhäuser brauchen nicht nur jede Menge Dampf zum Sterilisieren und Reinigen der OP-Instrumente, sie befeuchten damit auch ihre Raumluft.

Klar, dass der Dampf hohen Hygienevorschriften genügen muss. „Verunreinigungen jeglicher Art haben im Dampf nichts verloren“, so Gestra-Vertriebsingenieur Roland Wachsmuth. Schon beim Einspeisen des Wassers in den Reindampf-Erzeuger wird darauf geachtet, dass das wertvolle Nass bestimmte Grenzwerte an Erdalkalien und Salzen nicht überschreitet.

Auch als Energieträger, zum Beispiel für die Heizung, ist Dampf heute unerlässlich. Der Dampfkessel eines durchschnittlichen 500-Betten-Krankenhauses erzeugt zum Beispiel so viel Energie, wie vergleichsweise zur Wärmeversorgung von 250 bis 300 Einfamilienhäusern benötigt wird.

„Neben der Heizung und als Medium für Reinigung und Desinfektion wird Dampf in Krankenhäusern auch zur Brauchwassererwärmung, im Kochkessel der Küche und zum Bügeln, Waschen und Mangeln eingesetzt“, berichtet Wachsmuth.

Marktanteil von 70 Prozent

„So nutzen unsere Anlagen das Heizdampfkondensat der Reindampf-Erzeuger zur Vorwärmung des Wassers“, sagt er. Zudem überwachen Gestra-Systeme die Anlagen und Rohrleitungen elektronisch. Undichte Kondensatableiter können so schnell gefunden und ausgetauscht werden. „Aus einem defekten Kondensatableiter können im Jahr bis zu 40 Tonnen Dampf entweichen, das entspricht rund 2.000 Euro Energiekosten“, rechnet Wachsmuth vor. Bei bis zu 200 Kondensatableitern pro Anlage ergibt sich dabei ein enormes Einsparpotenzial.

Rund 1.000 Krankenhäuser in Deutschland und den Nachbarländern stehen heute auf der Gestra-Kundenliste. Und trotz zunehmenden Wettbewerbs zählen die Bremer nach wie vor zu den Großen in den Technikzentralen der Krankenhäuser. „Unser Marktanteil liegt bei rund 70 Prozent“, sagt Wachsmuth.

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