Ideen muss man haben

Geistesblitze von Mitarbeitern sparen Millionen


Clevere Vorschläge von Mitarbeitern verbessern Prozesse und Produkte

Die Mitarbeiter haben die besten Ideen. Dank ihrer guten Einfälle lassen sich Abläufe verbessern und neue Produkte entwickeln. Jährlich gibt es Tausende Verbesserungen, die den Betrieben Millionen Euro sparen.

Destillation optimiert

Olaf Groß, Industriemeister beim Leverkusener Spezialchemie-Konzern Lanxess, betreut am Standort Krefeld-Uerdingen die Produktion von speziellen Weichmachern. Diese landen in der Kunststoff-Industrie, zum Beispiel in Verpackungen. Sie machen das Material beständig.

Bei Lanxess wurde die Produktion kürzlich deutlich erweitert – dank Olaf Groß. Dem Mitarbeiter war aufgefallen, dass die Produktion einer Variante aus technischen Gründen gedrosselt ablief. „Ich schlug vor, den Prozess bei der Destillation zu optimieren“, sagt er. Das Unternehmen spart nun jährlich 320.000 Euro.

Mehr als 3.000 Ideen bearbeitet Lanxess im Jahr – 2011 sparte es so 2,2 Millionen Euro ein, 2010 waren es mehr als doppelt so viel. Groß hat schon viele Ideen gehabt. Wenn man Spaß am Job habe und die Augen offen halte, meint er, kämen sie von ganz alleine: „Bei den täglichen Rundgängen oder auf dem Heimweg mit dem Rad.“

Klappen verstellt

Im Industriepark Höchst in Frankfurt betreut das Ideen-Center des Standortbetreibers Infraserv Höchst die Mitarbeiter-Vorschläge von neun Gesellschaften und Unternehmen – 11.000 Beschäftigte sind es insgesamt.

Rund 8.000 Ideen kommen da im Jahr zusammen, von denen gut 60 Prozent realisiert werden. „Die Mitarbeiter blicken über den Tellerrand und bringen sich automatisch mehr ins Tagesgeschäft ein“, lobt Leiter Rainer Henning. Im Jahr generieren sie für die Unternehmen einen wirtschaftlichen Nutzen von gut 10 Millionen Euro. „Eine wahre Gelddruckmaschine“, sagt Henning.

Dabei kann der Einfall simpel sein. Wie bei Ralf Gattinger. Der Experte für Automatisierung arbeitet im Bereich Technische Gase. Dort wird unter anderem Luft in Sauerstoff, Stickstoff und Argon zerlegt.

Gattinger kennt die Anlage wie seine Westentasche. 2011 entdeckte er gemeinsam mit einem Kollegen ein entscheidendes Detail: Verändert man den Winkel der Druckluftregelklappen minimal, senkt das den Druck, und die Anlage benötigt weniger Strom.

Rund 40.000 Euro Energiekosten spart Infraserv nun im Jahr. 3.500 Euro landeten als Dankes-Prämie bei Gattinger.

Bessere Reinigung

Beim Konsumgüter-Hersteller Henkel in Düsseldorf überlegten neun Mitarbeiter zusammen: Wie lässt sich der Sprühturm, in dem man Pulverwaschmittel herstellt, besser reinigen? Der Schritt fällt immer an, wenn von „Universal“ auf „Color“ umgestellt wird – ursprünglich mit Druckluft und Frischwasser.

Jetzt klappt es ohne Druckluft und mit Spülwasser: „Das verkürzt die Reinigung, spart Frischwasser und Kosten im sechsstelligen Bereich“, sagt Teamsprecher Lothar Schönhoff.

Henkel weiß das Engagement zu schätzen: Allein in Deutschland zahlt das Unternehmen jährlich mehr als 600.000 Euro an Prämien aus. Satte 6 Millionen Euro spart der Konzern dadurch, dass die Mitarbeiter fleißig mitdenken.

Das Ideen-Management erhält jährlich bis zu 5.000 Verbesserungsvorschläge. „Etwa 60 Prozent können wir tatsächlich realisieren, meistens in der Produktion und der Technik“, sagt Leiterin Ursula Kammelter-Reihs.

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