Familienunternehmen

Gefriertrocknen macht Impfstoffe haltbar


Martin Christ GmbH trotzt am Standort Osterode der Krise

Osterode. Die Schweinegrippe sorgt für Angst. Schutzimpfungen sind zurzeit in aller Munde.

In Osterode im Harz stellt die Martin Christ GmbH Anlagen her, die von der Pharma-Industrie dringend benötigt werden, um Impfstoffe langfristig haltbar zu machen. Das Verfahren nennt sich Gefriertrocknen.

Wir kennen es vom Pulverkaffee: Kaffeekörnchen in die Tasse, heißes Wasser draufschütten – fertig.

Erst gefroren, dann wird dem Produkt Wasser entzogen – so funktioniert das auch zum Beispiel bei Impfstoffen. Die Osteroder haben weltweit die Nase vorn beim Bau solcher Anlagen.

Das Erfolgsrezept? Chef Martin Christ nennt zuerst die Mitarbeiter: „Weil wir es ihnen zu verdanken haben, dass die hohe Qualität und die große Flexibilität gewährleistet ist.“

Er bezeichnet sich als leidenschaftlicher Techniker. „Ich schaue gern mal nach Feierabend durch die Fertigung“, sagt er. Ist alles okay? Gibt es irgendwo eine Schramme? „Schließlich werden unsere Ansprüche immer höher.“

Ein dritter Baustein des Er­folgs ist das Wir-Gefühl. Im Personalstamm gibt es kaum einen Wechsel – wer bei Christ einsteigt, bleibt. Thomas Meissner ist Fertigungsleiter und  seit 1992 bei Christ: „Wir sind als Mitarbeiter hoch angesehen, typisch für einen Familienbetrieb.“ Freude am Job also als Erfolgsrezept.

Verdientes Geld fließt in den Betrieb

Kürzlich hatte das Unternehmen allen Grund, die Presse einzuladen: Der 15.000. Ge­friertrockner in der Firmengeschichte wurde ausgeliefert. Da schaute sogar das Fernsehen vorbei.

Auftragsrückgang und Kurzarbeit kennt man bei Christ nicht. Die Anlagen zur Herstellung haltbarer Medizin sind gefragt wie selten. Deshalb fließt das verdiente Geld in das Unternehmen: Eine neue Lagerhalle hilft, um der steigenden Nachfrage nachzukommen. Das Unternehmen wächst ständig und bietet dazu beste Ar­beitsbedingungen – hell, freundlich, überschaubar.

Die Facharbeiter bauen die Serienprodukte selbst an ihrem Arbeitsplatz vom ersten bis zum letzten Teil. „Das Gerät ist das Werk eines jeden Einzelnen. Jeder identifiziert sich damit“, erklärt der Technische Leiter Stefan Krippendorff.

Übrigens: Der Standort Osterode hat sich für das Familienunternehmen nicht als Nachteil erwiesen. „Im Gegenteil“, sagt Inhaber Martin Christ, „hier sind die Fachkräfte bodenständiger als in der Großstadt.“

Werner Fricke

Info: Martin Christ GmbH

Die Martin Christ Gefriertrocknungsanlagen GmbH ist weltweit eines der führenden Unternehmen in der Entwicklung und Fertigung von Gefriertrocknungsanlagen mit einer Erfahrung von mehr als 60 Jahren. Die Produkte aus Osterode werden vor allem in der Chemie-, Pharma- und Lebensmittel-Industrie eingesetzt. Der 160-Mitarbeiter-Betrieb ist ein Beispiel für den Erfolg der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer – hoch innovativ mit einer Spitzentechnologie und fast überall vertreten.

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