Export-Champion

Garantiert sicher


Viele U-Bahnen in Fernost sind mit Technik von Schaltbau bestückt

München. „Notbremse. Missbrauch strafbar“: In großen Buchstaben prangt die weiße Schrift auf dem signalroten Metallkästchen. Das hat jeder schon einmal gesehen. Denn so eine Notbremse muss in jedem Zug und in jeder Trambahn vorhanden sein – damit Fahrgäste im Unglücksfall Türen per Hand öffnen können.

Was weniger bekannt ist: Dieses Stück Sicherheitstechnik kommt oft aus Bayern. Es wird hergestellt von der Schaltbau GmbH mit Hauptsitz in München und zwei Produktionsstätten in Niederbayern. Die Teileproduktion befindet sich in Aldersbach bei Passau. Im Werk Velden montieren insgesamt 175 Mitarbeiter Schaltelemente, Schütze, Steckverbinder sowie Befehls- und Meldegeräte für die Industrie sowie Kunden aus den Bereichen Telekommunikation und Bahn.

Seit über 13 Jahren in China

Doch das ist nur ein Standbein des Schaltbau-Konzerns mit 1590 Mitarbeitern.  Längst ist das Unternehmen auch weltweit aktiv. Etwa in China seit mehr als 13 Jahren – „weil der Bedarf an neuen Verkehrssystemen hier riesig ist“, sagt Jürgen Cammann, Sprecher des Vorstands.

Verkehrstechnik vom Fahrschalter über Türsysteme bis zu Notbremsen fertigt und vertreibt Schaltbau im Reich der Mitte über lokale Partner. Mit Erfolg, wie Cammann erläutert: „China ist heute neben Deutschland unser größter Markt.“ Allein für 2007 rechnet er mit rund 25 Millionen Euro Umsatz in China – gut 40 Prozent mehr als im Vorjahr. „Einiges wird davon natürlich durch den Olympia-Effekt begünstigt“, so Cammann.

2008 richtet China die Olympischen Spiele aus. Sie sollen nach Idee der Veranstalter die „besten der Geschichte“ werden. Unerlässlich dabei: reibungslos funktionierende Verkehrsnetze.

Auch nach dem Sport-Großereignis rechnet Schaltbau-Chef Cammann mit anhaltend guter Auftragslage. Der Bedarf an westeuropäischer Technik sei dort im Bahnbereich auch auf längere Sicht hoch. „Gerade in den unzureichend ausgebauten und teilweise völlig überlasteten öffentlichen Verkehrssystemen im Nah- und Fernverkehr vieler Länder Asiens liegen erhebliche Chancen für Produkte der Schaltbau-Gruppe.“ Massiv werde in China derzeit etwa in den öffentlichen Nahverkehr investiert. „Jede chinesische  Großstadt  mit  mindestens sieben Millionen Einwohnern versucht, ihr eigenes U-Bahn-Netz zu bauen“, so Cammann.

Transrapid ist  ein Image-Projekt

Da gibt es viele Chancen auf neue Aufträge – wie in Schanghai, Verkehrsknotenpunkt für zahlreiche Bahnlinien, Autobahnen und Schiffsrouten. 

Der weltgrößte Tiefsee-Container-Hafen ist gerade in Bau. Und Pudong, einer der beiden internationalen Flughäfen, soll bis 2010 weiter ausgebaut werden. Bei U-Bahnen und im Bereich der Regionalbahnen mit kurzen Taktzeiten ist der Bedarf an Türsystemen besonders hoch. Cammann: „Ein echtes Brot-und-Butter-Geschäft.“

Ergänzend dazu ist der Münchner Konzern stolz auf Image-Projekte, die ihn im fernen Asien bekannter machen: Die Magnetschwebebahn in Schanghai fährt mit Türen der Schaltbautochter Gebr. Bode aus Kassel. Ebenso alle bestehenden Generationen des Transrapid und in einigen Jahren vielleicht auch das heiß diskutierte Magnetbahn-Shuttle vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen im Erdinger Moos.

Michaela Geiger

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang