Nutzfahrzeugbau

Ganz vorn dabei


Spezialgeräte von Sennebogen können auch Spektakuläres

Straubing. Es ist ein gigantisches Projekt mit wahren Rekord-Maßen: Das längste Brückenbauwerk Europas entsteht derzeit südlich von Halle in Sachsen-Anhalt.

Die Saale-Elster-Talbrücke soll sich 8.614 Meter weit spannen. Über sie werden ab dem Jahr 2017 ICE-Züge zwischen München und Berlin in weniger als vier Stunden hin- und herflitzen.

Sonderwünsche sind kein Problem

An vorderster Front im Einsatz: zwei Seilbagger mit 32 Meter Ausleger, gefertigt vom Familienunternehmen Sennebogen in Straubing. Sie arbeiten sich in der „Vorschubbauweise“ vorwärts: Bis auf ihre Betonpfeiler hat die Baustelle kaum Bodenkontakt – aus gutem Grund, sie liegt in Naturschutzgebieten.

Die Maschinen aus Niederbayern sind dafür konstruiert, auf schwierigem Terrain zu arbeiten. Bei Seilbaggern, Teleskop- und Raupenkranen ist die Konkurrenz hart. „Wir punkten, weil wir mit unserem Modulsystem auf Sonderwünsche eingehen“, sagt Erich Sennebogen junior. Fast kein Gerät werde am Ende so bestellt, wie es standardmäßig im Katalog zu sehen ist.

Sein Vater gründete die Firma im Jahr 1952 – mit 21 Jahren. In ihrem zweiten Geschäftsfeld gehört sie zu den drei größten Anbietern in der Welt: Maschinen für den Materialumschlag. „Die müssen sich oft in Hafenanlagen oder Schrottplätze einpassen“, erklärt Sennebogen.

Derzeit wird das Auftragspolster abgearbeitet. Denn die Rezession hat auch hier ihre Spuren hinterlassen. Seit Mai 2009 gibt es Kurzarbeit. Das Unternehmen beschäftigt in Straubing 450 Mitarbeiter und 120 in Wackersdorf.

Doch während andere Firmen Auftragsrückgänge um bis zu 50 Prozent verkraften müssen, steht man hier vergleichsweise gut da. 2009 lag der Umsatz zwar deutlich unter dem des Spitzenjahres 2008. Er hatte sich bis dahin aber nach Firmenangaben innerhalb von fünf Jahren auf 360 Millionen Euro vervierfacht.

Der Trend geht zu Schwergewichten

Das liegt auch am vierten Standort in Ungarn: „Wir machen dort den arbeitsintensiven Stahlbau und können so auch Jobs hier sichern“, beschreibt Sennebogen die Mischkalkulation. Sein jüngerer Bruder Walter und der nach wie vor in der Firma tätige Vater wollen mit der kompletten Stammbelegschaft durch die Krise kommen. Sie hoffen auf bessere Geschäfte ab Sommer.

2007 baute das Unternehmen ein zweites Werk in Straubing für 35 Millionen Euro. Das sei richtig gewesen, trotz Krise. „Wir brauchen mehr Kapazitäten, weil wir weiter wachsen wollen“, betont Sennebogen. Das Auslandsgeschäft wird ausgedehnt, der Vertrieb sucht Mitarbeiter, vor allem für Asien. Und Entwickler tüfteln verstärkt an Innovationen. „Der Trend geht zu schwerem Gerät“, berichtet Ingo Nöske, Konstruktionsveranwortlicher für die Krane. Es würden wahre Schwergewichte gebraucht, um zum Beispiel Rotorblätter an Windkraft-Anlagen zu montieren.

Eines der neuen Riesenbabys von Sennebogen: ein 300-Tonnen-Raupenkran für den Kraftwerks- oder Großhallenbau. Er wird im April in München auf der „Bauma“ vorgestellt, der weltgrößten Baumaschinenmesse.

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