Zukunft

Ganz vorn beim Wettlauf um die besten Köpfe


Wie sich Gestra dem demografischen Wandel stellt

Bremen. „Ich will was bewegen“, sagt Arne Grashorn. „Bei Gestra habe ich die Möglichkeiten dazu.“ Der 36-jährige Wirtschaftsingenieur ist nach fast fünf Jahren Automobil-Industrie in Baden-Württemberg in seine alte Heimat Norddeutschland zurückgekehrt, hat sich bewusst für ein mittelständisch strukturiertes Unternehmen als Arbeitgeber entschieden. Grashorn gehört zu der Gruppe von Fachkräften, die von der Ge-stra AG dringend benötigt werden und um die sie verstärkt wirbt.

Mehr junge Leute ausbilden

Den Grund nennt Gestra-Personalchef Jürgen Thielemann: „In den nächsten zehn Jahren verlieren wir altersbedingt rund ein Drittel unserer qualifizierten Fachkräfte.“

Das Unternehmen fertigt mit rund 400 Mitarbeitern Armaturen sowie Steuer- und Regelungstechnik für die internationale Dampf- und Energiewirtschaft.

„Wir brauchen qualifizierte Mitarbeiter, um unsere Marktposition nicht nur zu halten, sondern auch weiter wachsen zu können“, betont er.

Dem Fachkräftemangel begegnet die Gestra bereits heute mit einer Dreifach-Strategie aus Ausbildung, Weiterqualifizierung und verstärkter Zusammenarbeit mit Unis und Hochschulen. „Wir haben die Zahl unserer Ausbildungsberufe im laufenden Jahr um zwei erhöht und bilden dieses Jahr zehn statt acht junge Leute aus“, berichtet Personalmann Carsten Schlegel. In den nächsten Jahren soll die Zahl der Azubis weiter gesteigert werden.

Motivierte Mitarbeiter können zum Beispiel an Meisterkursen und Seminaren teilnehmen und sich innerhalb des Unternehmens für Führungspositionen empfehlen.

Auch an Unis und Hochschulen wirbt Gestra um die besten Köpfe. „Wir gehen auf naturwissenschaftlichtechnische Studiengänge zu, stellen Diplomanden und Doktoranden ein und planen, die akademische Schiene mit Stipendien auszubauen“, so Thielemann.

Das ist nicht einfach, denn Thermodynamik sei unter dem akademischen Nachwuchs nicht sehr beliebt, weiß Thielemann. Ein weiteres Manko: Gestra ist manchen Uni-Absolventen unbekannt. „Das müssen wir ändern, vor allem, wenn wir beim Wettlauf um die besten Köpfe gegen die Bremer Konkurrenz aus Automobilbau, Luft- und Raum­­fahrt bestehen wollen.“

Chancen zum Aufstieg

Deshalb stärkt das Unternehmen sein Personalmarketing, macht bei Aktionen wie bei der „Langen Nacht der Industrie“ mit und intensiviert die Öffentlichkeitsarbeit. „Dabei vermitteln wir auch, dass es bei uns atmosphärisch stimmt und gute Leute durch unsere amerikanische Konzernmutter Flowserve auch internationale Karrierechancen haben“, sagt Carsten Schlegel.

Arne Grashorn kommt es auch auf etwas anderes an. „Meine Familie fühlt sich in Bremen wohl, wir wollen hier bleiben“, betont er. Sein Chef Axel Willert versteht das. Er kam vor 15 Jahren aus Schleswig-Holstein an die Weser und hat sich intern weiterqualifiziert. Als dann vor einem Jahr die Stelle des Leiters Produktionssupport frei wurde, nutzte er die Gelegenheit zum Aufstieg.

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