Standort D

Ganz starke Tore


Verl. Es gibt Orte in Deutschland, da reden alle das ganze Jahr nur über Tore. An der Säbener Straße beim FC Bayern München zum Beispiel. Oder an der Hennes-Weisweiler-Allee in Mönchengladbach. Freistoß-Tore, Strafstoß-Tore, Kopfball-Tore. Auch an der Industriestraße in Verl bei Bielefeld sind Tore ein Thema, bei der Firma Teckentrup. Nur haben die mit Fußball nichts zu tun …

Geschäftsführender „Tor-Hüter“ ist Meinolf Funkenmeier. Sein Unternehmen zählt unter den Anbietern von Toren und Türen bundesweit zu den Top Drei. „In Sachen Brandschutz sind wir in Deutschland sogar führend“, fügt der 45-Jährige hinzu. Seine Produkte halten Temperaturen bis zu 850 Grad Celsius aus.

Für Feuerwehren und Flughäfen

Der Familienbetrieb verteidigt seine gute Platzierung in der Branche mit Erfolg: Seit der Jahrtausendwende legte der Umsatz Jahr für Jahr nahezu zweistellig zu. 2011 lag er bei 140 Millionen Euro. Tendenz weiter steigend. Funkenmeier: „Wir schauen optimistisch in die Zukunft.“

Die Firma hat eine lange Tradition. Sie wurde 1932 von Walther Teckentrup gegründet, seit 1978 hat sie ihren Sitz in Verl. Hier und in Großzöberitz bei Halle in Sachsen-Anhalt produzieren heute insgesamt 850 Mitarbeiter jährlich mehr als 100.000 Türen und Tore. Überall dort, wo Durchgänge geschlossen und gesichert werden müssen, sind Teckentrup-Produkte im Einsatz: riesige Falttore zum Beispiel für Feuerwehren, Sektionaltore mit Glas für Autowerkstätten, Brandschutz-Schiebetore in Tiefgaragen und auf Flughäfen sowie Rolltore für Werkhallen. Nicht zu vergessen die Garagentore für den Privatkunden.

Wie es sich für einen Betrieb der metallverarbeitenden Industrie gehört, sind Aluminium und verzinkter Stahl die Hauptwerkstoffe, die Verwendung finden. Aber das Innenleben besteht nicht selten aus Polyurethan-Schaum.

Ugur Yalcin (48) kennt sich damit aus. Er ist Vorarbeiter an einer 110 Meter langen Anlage, die fertige Tor-Elemente ausspuckt. Dabei werden profilierte Bleche mit einer Schaumfüllung, die wie Hefeteig aufgeht, „verbacken“ – und dadurch hochfest und stabil. Eine verantwortungsvolle Aufgabe: „Wenn ich hier Mist mache, dann steht die Produktion für Stunden.“

Vorbei sind die Zeiten, als sich Garagentore quietschend und knarzend langsam aufschwangen. Heute rollen sie sich kaum hörbar auf. Oder verschwinden Lamelle für Lamelle unter dem Garagendach. Sie sind chic, mit lichtdurchlässigen Glaseinsätzen, edel lackiert oder aufwendig mit Folien kaschiert. Mit einem Trend zu mehr „inneren Werten“.

Fest verwurzelt in Deutschland

Funkenmeier: „Wärmedämmung und Schallschutz sind immer stärker gefragt. Und das Thema Sicherheit hält mehr und mehr Einzug, auch bei Toren und Türen für den Privatmann.“

Bei aller Veränderung gibt es bei Teckentrup eine Konstante: Das Unternehmen ist fest verwurzelt in Deutschland und verkauft 80 Prozent im heimischen Markt. Funkenmeier: „Wir produzieren nur hierzulande. Das soll auch so bleiben.“ Ein ganz spezielles Tor erfreut sich immer mal wieder besonderer Beliebtheit bei den Kunden: die Teckentrup-Torwand à la ZDF-Sportstudio, die einen festen Platz im Verkaufskatalog hat.

Denn nach der Europameisterschaft ist vor der Bundesliga. So reden sie auch in Verl öfters über geniale Fußballtore.

Info: Brandschutz

Es gibt verschiedene Brandschutzklassen, die mit T30 bis T90 bezeichnet werden. Der Zahlenwert sagt aus, wie viele Minuten Tür und Tor dem Feuer standhalten müssen.

Unabhängige Gutachter testen in einem speziellen Brandofen die Feuerbeständigkeit. Dabei entstehen auf der dem Feuer zugewandten Seite über 850 Grad Celsius, während die Außenseite mit 200 Grad auf der Fläche und 380 Grad auf den Zargen relativ „kühl“ bleiben muss. Wenn die Tür durchs Feuer geht, schmelzen zuerst die Beschläge. Die Tür versucht, sich in der Zarge zu verwinden. Die hohe Kunst der Tor-Hersteller: Tür und Zarge so verwindungssteif wie möglich zu gestalten, damit keine Flammen hindurchschlagen können.

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