Arbeitsplatz

Ganz schön ruhig


Mehr Ruhe beim Telefonieren: Eine optimale Akustik ist für Call-Center – hier bei TUI in Hannover – besonders wichtig. Foto: Caparol

Die Schall-Falle: Absorberelemente aus Melaninharz bremsen den Lärm aus

Ober-Ramstadt. Der Kopierer läuft, Telefone klingeln, PC-Tastaturen klappern, Kollegen unterhalten sich und im Hintergrund plärrt das Radio.

Die Geräuschkulisse nervt nicht nur beim Arbeiten, sie kann sogar krank machen: Lärmschwerhörigkeit ist die häufigste Berufskrankheit, warnt die Berufsgenossenschaft. Für mehr Ruhe sorgt nun ein neuer Schallschutz, den Bautenschutz-Spezialist Caparol aus Ober-Ramstadt entwickelt hat.

70 Dezibel von den Kollegen

Ab 85 Dezibel muss man einen Gehörschutz tragen, das verlangen die neuen Lärmschutzwerte, die seit März 2007 europaweit gelten. Wer meint, nur eine Boeing beim Start oder eine Maschinenhalle seien zu laut, irrt: Der Computer verursacht bis 60 Dezibel, schwatzende Kollegen bringen es bis auf  70 Dezibel.

Den Lärm dämpfen neue Absorberelemente aus Melaninharz („CapaCoustic Melapor“), die man einfach an die Decke klebt. Ihr Geheimnis ist eine sehr offene, feinzellige Skelettstruktur.

Denn die wirkt quasi wie eine Falle für den Schall: „Wenn sich der Schall ausbreitet, reiben sich die in Schwingung versetzten Gasteilchen der Luft an den Porenwandungen innerhalb der offenporösen Struktur. So nimmt die Schall-Energie ab“, erklärt Ingenieur Wolfgang Eberhard von Caparol. Mit den neuen Akustikelementen hat zum Beispiel das Touristik-Unternehmen TUI in Hannover sein neues Callcenter ausgestattet. Denn beim Telefonieren entsteht ein extrem störender Nachhall: „Unsere Elemente verkürzen den Hall deutlich“, so Eberhard.

Doppeleffekt:  Wärmedämmung

Doch nicht nur für Büros und Callcenter, auch Schulen, Kindergärten oder Restaurants brauchen Ruhe. Schick: Die Elemente lassen sich farblich beschichten oder durch farbiges Licht betonen.

„Damit lassen sich reizvolle Effekte erzielen“, meint Unternehmenssprecherin Ute Schader. Zudem kann der Lärmschutz nicht nur Schall „schlucken“, sondern er ist gleichzeitig wärmedämmend.

Sabine Latorre

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