Haus-Technik

Frischluft gefällig?


Wie der Ventilator-Hersteller Maico vom Energiespar-Trend profitiert

Villingen-Schwenningen. Auf Leute, die in einem Passivhaus wohnen, kann man schon neidisch sein: null Liter Heizölverbrauch pro Jahr. Diese Häuser sind eben perfekt abgedichtet. Allerdings müssen sie technisch belüftet werden, sonst gibt es Schimmel. Deshalb haben die 200 Mitarbeiter der Maico Elektroapparate-Fabrik in Villingen-Schwenningen gut zu tun: Sie produzieren die dafür nötigen Geräte.

Wenn die beiden Geschäftsführer Gerhard Warnke und Hans Müller Passivhäuser sehen, legt sich ein zufriedenes Lächeln auf ihre Gesichter. „In Freiburg gibt es längst ganze Siedlungen“, schwärmt Warnke. „Und in Frankfurt darf in Neubaugebieten gar nicht mehr anders gebaut werden.“

Systeme werden immer komplexer

Meist brauchen Energiesparhäuser nicht nur einzelne Ventilatoren, sondern zentrale Systeme, die auch gleich die Wärme aus der Abluft zurückgewinnen. Sie werden immer raffinierter, und Maico ist Spezialist dafür. Müller weiß schon, was die Zukunft bringt: „Zum Beispiel Touchscreens, mit denen man die Systeme zentral steuert.“ Deshalb läuft bei Maico auch die Entwicklung von Innovationen auf Hochtouren.

Der Markt boomt. Nicht zuletzt wegen der Energieeinsparverordnung für Gebäude: Jede Neuauflage dieses Gesetzes hat neue, schärfere Grenzwerte gebracht. Außerdem werden die Energiepreise immer höher.

Das gesamte Marktpotenzial habe sich in den letzten fünf Jahren verdoppelt, schildert Warnke: „Allein in Deutschland, Österreich und der Schweiz macht es heute rund 520 Millionen Euro pro Jahr aus.“

Gute Aussichten für die ganze Branche

Rund 75 Prozent des baugewerblichen Umsatzes entfallen hierzulande auf die energetische Sanierung von Altgebäuden. Viele der Kunden sind Wohnungsbaugesellschaften, die ihre Bestände renovieren. Auch bei Industriegebäuden spielt die Energie-Effizienz eine große Rolle.

Maico produziert am Stammsitz im Schwarzwald  für den deutschsprachigen Markt und hat auch Produktions- und Vertriebsstätten in der Slowakei, Italien, England und Dubai. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen 550 Mitarbeiter.

Warnke plant vorsichtig in die Zukunft: „Die Aussichten der Branche sind gut und auch unsere Perspektiven. Insofern brauchen wir irgendwann mehr Personal.“

Übrigens ...

Die Vorschriften werden strenger

Wer ein Haus baut oder renoviert, muss beim Energieverbrauch bestimmte Grenzwerte einhalten, die nach komplizierten Formeln berechnet und laufend verschärft werden. 2012 werden die Obergrenzen für den Energieverbrauch um weitere 30 Prozent gesenkt. Das betrifft auch Mieter: Eigentümer können einen Teil der Kosten auf die Bewohner umlegen. Diese sparen dafür Nebenkosten.

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