Rasanter Job am Ring

Friedrich Herzog hält den Rennzirkus am Laufen – als Mechaniker von Bilstein Motorsport

Er hat Benzin im Blut: Der Industriemechaniker Friedrich Herzog ist für Bilstein Motorsport oft am Nürburgring. Und kann aus seinem weißen Bilstein-Truck direkt aufs Renngeschehen schauen. Sein Job ist extrem wichtig für die PS-Boliden.

Ganz nah dran: Friedrich Herzog an der Piste des Nürburgrings. Foto: Straßmeier

Ganz nah dran: Friedrich Herzog an der Piste des Nürburgrings. Foto: Straßmeier

Logenblick: Der Mechaniker im Renntruck. Bei seiner Arbeit hier kommt es auf Schnelligkeit an. Foto: Straßmeier

Logenblick: Der Mechaniker im Renntruck. Bei seiner Arbeit hier kommt es auf Schnelligkeit an. Foto: Straßmeier

Rollende Werkstatt: Auf engstem Platz sind alle wichtigen Werkzeuge für die Rennautos untergebracht. Foto: Straßmeier

Rollende Werkstatt: Auf engstem Platz sind alle wichtigen Werkzeuge für die Rennautos untergebracht. Foto: Straßmeier

Voll ausgestattet: Der weiße Truck ist eine rollende Werkstatt. Foto: Straßmeier

Voll ausgestattet: Der weiße Truck ist eine rollende Werkstatt. Foto: Straßmeier

Hingucker: Der Truck ist inzwischen am Ring so etwas wie ein rollendes Wahrzeichen. Foto: Straßmeier

Hingucker: Der Truck ist inzwischen am Ring so etwas wie ein rollendes Wahrzeichen. Foto: Straßmeier

In der Ennepetaler Fabrik: Jeder Motorsport-Dämpfer wird von Hand gefertigt. Foto: Straßmeier

In der Ennepetaler Fabrik: Jeder Motorsport-Dämpfer wird von Hand gefertigt. Foto: Straßmeier

Geschoss mit Bilstein-Technik: Ein Ferrari auf dem Weg zur Startaufstellung. Foto: Straßmeier

Geschoss mit Bilstein-Technik: Ein Ferrari auf dem Weg zur Startaufstellung. Foto: Straßmeier

Mittendrin im Renngeschehen: Friedrich Herzog am Fahrerlager. Foto: Straßmeier

Mittendrin im Renngeschehen: Friedrich Herzog am Fahrerlager. Foto: Straßmeier

Gemeinsamer Blick in den Motorraum eines VW Corrados: Jürgen Freiburg ist nicht nur Rennfahrer, sondern auch ein Kollege von Friedrich Herzog. Foto: Straßmeier

Gemeinsamer Blick in den Motorraum eines VW Corrados: Jürgen Freiburg ist nicht nur Rennfahrer, sondern auch ein Kollege von Friedrich Herzog. Foto: Straßmeier

Checken die Dämpfer: Ingenieur Daniel Pitsch mit Friedrich Herzog an einem Porsche GT 4. Der Wagen gehört zum Rennteam Black Falcon, das für Bilstein fährt. Foto: Straßmeier

Checken die Dämpfer: Ingenieur Daniel Pitsch mit Friedrich Herzog an einem Porsche GT 4. Der Wagen gehört zum Rennteam Black Falcon, das für Bilstein fährt. Foto: Straßmeier

Impressionen von der Boxengasse. Foto: Straßmeier

Impressionen von der Boxengasse. Foto: Straßmeier

Impressionen von der Boxengasse. Foto: Straßmeier

Impressionen von der Boxengasse. Foto: Straßmeier

Impressionen von der Boxengasse. Foto: Straßmeier

Impressionen von der Boxengasse. Foto: Straßmeier

Impressionen von der Boxengasse. Foto: Straßmeier

Impressionen von der Boxengasse. Foto: Straßmeier

Impressionen von der Boxengasse. Foto: Straßmeier

Impressionen von der Boxengasse. Foto: Straßmeier

Trotz Motorenlärm: Dieser Herr hat die Ruhe weg … Foto: Straßmeier

Trotz Motorenlärm: Dieser Herr hat die Ruhe weg … Foto: Straßmeier

Ennepetal/Nürburgring. Motoren heulen auf, Reifen quietschen – rassige Tourenwagen rasen durch die grüne Hölle, liefern sich spektakuläre Duelle: Auf dem Nürburgring geht es wieder mächtig rund an diesem Wochenende. Und Friedrich Herzog ist mittendrin.

Der 27-Jährige hat sozusagen einen Logenplatz. Vom großen Seitenfenster seines weißen Bilstein-Trucks kann er direkt auf den Ring blicken. Der Industriemechaniker ist mit dafür verantwortlich, dass der Rennzirkus auf Hochtouren läuft: Er prüft die Dämpfer, die während des Rennens zum harten Einsatz kommen. Justiert nach, stellt ein, ist in den Boxen unterwegs. „Ein Traumjob“, sagt Herzog.

In der Rennsaison ist die rollende Werkstatt von thyssenkrupp Bilstein, Spezialist für Fahrwerktechnik aus Ennepetal am Rand des Ruhrgebiets, fast jedes Wochenende draußen. Am Nürburgring ebenso wie in Holland, Frankreich, Großbritannien. Es sind anstrengende Tage für die zwei- bis dreiköpfige Besatzung, denn auf die Bilstein-Technik setzt ein großer Teil der Rennteams. „Da kann es um Minuten gehen, wenn die Mechaniker mit den Dämpfern zum Truck gelaufen kommen“, erzählt Herzog.

Perfekt aufeinander und auf die Strecke abgestimmte Federn und Stoßdämpfer sorgen für den optimalen, stabilen Kontakt zur Fahrbahn – entscheidend bei dem hohen Tempo. Der „Renndienst“-Laster ist eine gefragte Anlaufstelle, seit vielen Jahren ein Wahrzeichen im Fahrerlager. Auch Herzog kennt das Bilstein-Logo schon lange. Er guckte von klein auf mit seinem Vater Autorennen: „Ich stand schon immer mehr auf Autos als auf Fußball.“ Dass er selbst mal die bewunderten Farben trägt, hätte er nie gedacht.

Nach der Realschule lernte der Ennepetaler zunächst Bürokaufmann und arbeitete jahrelang im Familienbetrieb, der Produkte für die Industriehydraulik verkauft. „Es ist nicht so, dass das keinen Spaß gemacht hat“, erinnert er sich, „aber es hat was gefehlt. Ich wollte noch was anderes sehen.“ Bei thyssenkrupp Bilstein machte er ein Praktikum, verlängerte es, stieg in die Ausbildung zum Industriemechaniker ein. Nachdem er die verschiedenen Abteilungen kennengelernt hatte, war klar: „Ich wollte in den Motorsport.“

Der ist eine bedeutende und sehr gefragte Nische in dem Unternehmen, das weltweit mehr als 3.000 Mitarbeiter beschäftigt. 70 Bewerber meldeten sich auf die offene Stelle. „Das Auswahlverfahren war schon sehr hart“, erzählt Herzog. Schon einen Tag nach seinem Ausbildungsende konnte er die Stelle antreten. Nebenbei macht er auch noch eine Weiterbildung zum Techniker.

Hochleistungsdämpfer nur für den Motorsport

„Hier in der Motorsport-Abteilung von Bilstein wird alles in Handarbeit gemacht“, erklärt er. Das elfköpfige Team aus Mechanikern und Ingenieuren entwickelt und baut in engem Kontakt mit den Kunden die Dämpfer zusammen. Mal sind es Einzelstücke, mal Großaufträge von 500 Stück.

Die Außenrohre für die Kolbenstangen werden passend gemacht, die Dämpfer mit Gas, Stickstoff und Öl gefüllt, die Federscheiben montiert. Nichts kommt für die Hochleistungsdämpfer mit ihrem komplexen Verstellsystem aus der Serie. „Es ist viel Erfahrung notwendig, um zu wissen, wo man etwas ändern muss“, weiß Motorsport-Fan Herzog.

Die Abteilung brummt, die Werkstatt wird erweitert. Mehrere Tausend Dämpfer werden jährlich für den Einsatz auf den Rennstrecken neu gebaut oder nach mehreren Einsätzen gewartet. Angepasst werden sie vor Ort, im Bilstein-Truck. Dann ist auch Herzog wieder in seinem Element. Und einem weiteren Traum ein Stückchen näher: „Ich möchte selbst mal Rennen fahren.“

Persönlich

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?

Durch mein Interesse am Motorsport. Außerdem suche ich immer wieder neue Herausforderungen.

Was reizt Sie am meisten?

So nah am Geschehen zu sein. Und als Teil des Unternehmens dieses Sport-Image nach außen zu tragen. Sagen zu können: „Ich bin Bilsteiner!“

Worauf kommt es an?

Man muss engagiert sein, den Job gerne machen und eine Leidenschaft dafür haben. Man muss den Motorsport leben.


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August-Bilstein-Straße 4
58256 Ennepetal

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