Arbeitszeiten

„Freitags wechsle ich die Rolle“


Der Folien-Spezialist EppsteinFOILS spart durch seine Vier-Tage-Woche teure Energie

Eppstein. Der Rollenwechsel ist für Siegfried Gröger eine der leichtesten Übungen – er macht ihn mehrmals am Tag. Gemeinsam mit seinen Kollegen produziert er bei EppsteinFOILS perfekt aufgewickelte, hochwertige Folien aus Zinn oder Blei.

Immer freitags steht bei ihm ein ganz besonderer Rollenwechsel an: Dann hat der 55-Jährige frei und kümmert sich zu Hause um den Haushalt, während seine Frau noch halbtags arbeitet. „Bis sie mittags kommt, habe ich alles erledigt und wir zwei gehen entspannt ins Wochenende.“

In seinem Betrieb endet die Produktion bereits am Donnerstagabend. Schon seit Mitte der 90er-Jahre ist das so, seit der Einführung der 35-Stunden-Woche.

Vorteil im Wettbewerb

Geschäftsführer Dirk Mälzer schlägt mit dem ungewöhnlichen Modell zwei Fliegen mit einer Klappe: „Das schenkt unseren Produktionsmitarbeitern einen freien Tag – und es spart jede Menge Energie in unserem Schmelzbetrieb.“ Der zweite Aspekt wird jetzt, da der Ölpreis wieder an der 100-Dollar-Marke kratzt, zu einem wichtigen Vorteil im Wettbewerb.

EppsteinFOILS, die frühere Stanniolfabrik Eppstein, wur­de 1852 als Bleizieherei gegründet. Das 1905 erstmals produzierte Lametta durfte im 20. Jahrhundert an keinem Weihnachtsbaum fehlen; inzwischen wird es nur noch für Liebhaber hergestellt.

Heute produziert das Unternehmen mit 95 Mitarbeitern vor allem hochwertige Folien in 50 verschiedenen Legierungen aus Blei und Zinn. Die dünnsten sind nur wenige tausendstel Millimeter dick. Zu haben sind die Folien blank oder im Verbund mit anderen Metallen, Papier, Karton oder  Kunststoff.

Die Bleifolien werden vor allem für Röntgenfilme benötigt – in der Medizin, aber auch in der Industrie: „Die zerstörungsfreie Materialprüfung lässt unseren Umsatz wachsen“, berichtet Geschäftsführer Mälzer. Auch Zinnfolien werden zunehmend benötigt – für Elektroden in medizinischen Geräten, vor allem aber für die Schraubverschlüsse von Weinflaschen.

„Sieht man auf dem Deckelboden Weiß, klebt da Kunststoff, glänzt es silbrig, ist das Folie von uns“, erklärt der Produktionsleiter und Diplom-Ingenieur Gerhard Blanck.

Erfolgsbeteiligung für alle gleich

Das Unternehmen ist überdies in der Elektronik, der Solartechnik und bei LEDs im Geschäft. Der Umsatz (2010: 25 Millionen Euro) wird zu über 80 Prozent durch Export in alle Welt erzielt. Blanck: „Wir sind immer im Rennen, wenn Blei oder Zinn besondere Eigenschaften bei einer Endanwendung haben.“

Und die Entwicklungsabteilung denkt sich ständig neue aus, in enger Abstimmung mit den Kunden. „Nur über Innovationen können wir unsere gute Marktposition halten und ausbauen“, so Mälzer, der 2008 aus der Geschäftsführer-Position heraus Miteigentümer wurde („Management Buy Out“). Im Rahmen dieses Gesellschafterwechsels erfolg­te auch die Neufirmierung unter dem neuen Namen.

Bereitete der Weg heraus aus einem gewachsenen Konzern den Mitarbeitern anfangs Sorgen, haben sich die Ängste längst gelegt. Es gibt Betriebsausflüge, Weihnachtsfeiern  – und eine Erfolgsbeteiligung. Sie ist für jeden Mitarbeiter gleich hoch.

Der Folien-Spezialist EppsteinFOILS spart durch seine Vier-Tage-Woche teure Energie

Eppstein. Der Rollenwechsel ist für Siegfried Gröger eine der leichtesten Übungen – er macht ihn mehrmals am Tag. Gemeinsam mit seinen Kollegen produziert er bei EppsteinFOILS perfekt aufgewickelte, hochwertige Folien aus Zinn oder Blei.

Immer freitags steht bei ihm ein ganz besonderer Rollenwechsel an: Dann hat der 55-Jährige frei und kümmert sich zu Hause um den Haushalt, während seine Frau noch halbtags arbeitet. „Bis sie mittags kommt, habe ich alles erledigt und wir zwei gehen entspannt ins Wochenende.“

In seinem Betrieb endet die Produktion bereits am Donnerstagabend. Schon seit Mitte der 90er-Jahre ist das so, seit der Einführung der 35-Stunden-Woche.

Vorteil im Wettbewerb

Geschäftsführer Dirk Mälzer schlägt mit dem ungewöhnlichen Modell zwei Fliegen mit einer Klappe: „Das schenkt unseren Produktionsmitarbeitern einen freien Tag – und es spart jede Menge Energie in unserem Schmelzbetrieb.“ Der zweite Aspekt wird jetzt, da der Ölpreis wieder an der 100-Dollar-Marke kratzt, zu einem wichtigen Vorteil im Wettbewerb.

EppsteinFOILS, die frühere Stanniolfabrik Eppstein, wur­de 1852 als Bleizieherei gegründet. Das 1905 erstmals produzierte Lametta durfte im 20. Jahrhundert an keinem Weihnachtsbaum fehlen; inzwischen wird es nur noch für Liebhaber hergestellt.

Heute produziert das Unternehmen mit 95 Mitarbeitern vor allem hochwertige Folien in 50 verschiedenen Legierungen aus Blei und Zinn. Die dünnsten sind nur wenige tausendstel Millimeter dick. Zu haben sind die Folien blank oder im Verbund mit anderen Metallen, Papier, Karton oder  Kunststoff.

Die Bleifolien werden vor allem für Röntgenfilme benötigt – in der Medizin, aber auch in der Industrie: „Die zerstörungsfreie Materialprüfung lässt unseren Umsatz wachsen“, berichtet Geschäftsführer Mälzer. Auch Zinnfolien werden zunehmend benötigt – für Elektroden in medizinischen Geräten, vor allem aber für die Schraubverschlüsse von Weinflaschen.

„Sieht man auf dem Deckelboden Weiß, klebt da Kunststoff, glänzt es silbrig, ist das Folie von uns“, erklärt der Produktionsleiter und Diplom-Ingenieur Gerhard Blanck.

Erfolgsbeteiligung für alle gleich

Das Unternehmen ist überdies in der Elektronik, der Solartechnik und bei LEDs im Geschäft. Der Umsatz (2010: 25 Millionen Euro) wird zu über 80 Prozent durch Export in alle Welt erzielt. Blanck: „Wir sind immer im Rennen, wenn Blei oder Zinn besondere Eigenschaften bei einer Endanwendung haben.“

Und die Entwicklungsabteilung denkt sich ständig neue aus, in enger Abstimmung mit den Kunden. „Nur über Innovationen können wir unsere gute Marktposition halten und ausbauen“, so Mälzer, der 2008 aus der Geschäftsführer-Position heraus Miteigentümer wurde („Management Buy Out“). Im Rahmen dieses Gesellschafterwechsels erfolg­te auch die Neufirmierung unter dem neuen Namen.

Bereitete der Weg heraus aus einem gewachsenen Konzern den Mitarbeitern anfangs Sorgen, haben sich die Ängste längst gelegt. Es gibt Betriebsausflüge, Weihnachtsfeiern  – und eine Erfolgsbeteiligung. Sie ist für jeden Mitarbeiter gleich hoch.

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