Nationaler Pakt

Frauen packen’s an


Abschied von alten Rollenbildern: Unsere Technik-Betriebe sollen weiblicher werden

Berlin. Die Frauen stellen den Kanzler, bald vielleicht auch den Präsidenten, Fußball-Weltmeister sind sie sowieso. Aber Mechatroniker? Frauen und Technik – ein Thema für sich, bei Metall-Berufen etwa ist nur einer von 45 Lehrlingen weiblich. Das soll jetzt anders werden!

Bildungsministerin Annette Schavan hat einen „Pakt für Frauen in Naturwissenschaft und Technik“ geschlossen: mit Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften und Firmen wie Bosch, Ford,  Siemens oder ThyssenKrupp. Ziel: mehr weibliche Azubis und Studenten in diesem Bereich.

„Hervorragende Berufs-Chancen“

Hintergrund ist der Fachkräfte-Mangel. Den Pakt-Partnern geht es aber auch um Gleichberechtigung: „Wir sind überzeugt davon, dass Frauen sich um interessante Arbeitsmöglichkeiten und hervorragende Berufs-Chancen bringen“, so Schavan.

Kürzlich hatte EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla mitgeteilt, dass der Stundenlohn von Frauen im Durchschnitt der Europäischen Union 15 Prozent unter dem der Männer liege, in Deutschland aber 22 Prozent. Als Hauptgrund gilt die Tatsache, dass mehr Frauen Teilzeit arbeiten und dadurch weniger Karriere machen. Aber es wirkt sich auch aus, dass sie zum Beispiel im größten deutschen Industriezweig Metall und Elektro, mit seinen überdurchschnittlichen Verdienstmöglichkeiten, nur schwach vertreten sind.

Geplant sind jetzt zahlreiche Programme und Aktionen, auch bei den Neueinstellungen soll sich etwas tun. Im Internet gibt es dazu die Seite www.komm-mach-mint.de – das Kürzel MINT steht für Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Wie groß das Potenzial ist, das bislang weitgehend an der Industrie vorbeigeht, zeigt der neue regierungsamtliche Bildungsbericht: „Von der Grundschule bis zum Studium erweisen sich Mädchen beziehungsweise Frauen als die im Bildungsverhalten erfolgreichere Gruppe.“ Sie bleiben nicht so oft sitzen, schmeißen seltener die Schule, heimsen sechs von zehn Abi-Zeugnissen ein und schaffen öfter ein Studium.

Ob das MINT-Signal von Politik und Wirtschaft auch ankommt? August-Wilhelm Scheer, Chef des Informationstechnik-Verbandes Bitkom: „Junge Frauen sollten die Berufs-Chancen im Umfeld moderner Technologien nutzen, statt alten Rollenbildern nachzuhängen.“

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