Kicker selbst gebaut

Fräsen, schweißen, kickern!

Das Runde muss ins Eckige: Lehrer Frank Holzhausen und Mark Appun-Schönwälder von der Stiftung NiedersachsenMetall (von links) mit Schülern. Foto: Gossmann

Ein engagierter Berufsschullehrer weckt Begeisterung für Metall und Technik

Hildesheim. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt: „Das ist ein Prototyp, der nur als Anregung dienen soll“, sagt Frank Holzhausen, Lehrer an der Werner-von-Siemens-Berufsschule in Hildesheim. Gemeinsam mit seinen Schülern hat er einen Metall-Kicker gebaut – und im neuen Schuljahr will er mit Technik-AGs achter und neunter Jahrgänge aus der Region gleiche oder ähnliche Kicker bauen.

Die Schüler werden zunächst in den Grundlagen der Metalltechnik ausgebildet. Danach fräsen sie unter Anleitung selbstständig Buchsen, schneiden Metallstangen zu, schweißen Wände zusammen – und verwirklichen dabei eben auch eigene Ideen.

Ganz wichtig: Feinmotorik

Am Ende kann der fertige, 63 Kilogramm schwere Kicker mitgenommen werden – und in der Pausenhalle der eigenen Schule seinen Platz finden. Wo er, es ist schließlich Qualitätsarbeit, auch kommenden Jahrgängen noch Freude bereiten wird.

„Um Jugendliche an Arbeitsfelder wie Metallverarbeitung und Technik heranzuführen, gibt es nichts Besseres“, meint Mark Appun-Schönwälder von der Stiftung NiedersachsenMetall (Kooperationspartner), die das Projekt finanziell unterstützt. Und Lehrer Holzhausen ergänzt: „Eines der größten Probleme der Industrie ist ja, dass die Jugendlichen heute kaum noch Feinmotorik haben.“

Um ihnen die Berufsfelder Metall- und Elektrotechnik zugänglich zu machen, hat Holzhausen schon so einiges auf die Beine gestellt: vom Wettrennen mit selbstgebauten Knatterbooten bis zu Workshops zum Entwerfen und Fertigen von Metallschmuck. Der Kicker ist sein bislang größtes Projekt. Um ab Herbst in größerem Stil zu produzieren, wird Arbeitsteilung nötig sein – „so wie es von der Industrie ja auch gewünscht wird“.

Und die nächste Herausforderung? „Eine elektronische Torstandanzeige“, sagt der umtriebige Pädagoge. „Oder ein Lied, das nach jedem Tor abgespielt wird.“

Wiebke Westphal


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