Arbeitswelt

Fit bleiben ist alles


Was der Landmaschinen-Hersteller John Deere für die Gesundheit seiner Mitarbeiter tut

Mannheim. Seit 34 Jahren arbeitet Hans-Jürgen Gleissner beim Landmaschinen-Hersteller John Deere in Mannheim. Früher im Akkord, heute als Gruppensprecher in der Vormontage. Er sagt: „Akkord packe ich gesundheitlich nicht mehr.“

Trotzdem ist Gleissner (56)  unverzichtbar. In der Gruppe ist er auch für die Arbeitsplatz-Einteilung zuständig. Da ist für ihn klar, auf ältere oder kranke Kollegen Rücksicht zu nehmen: „Ich achte darauf, dass niemand unter die Räder kommt!“

Gruppenarbeit schont den Körper

„So soll es sein“, lobt Ingolf Prüfer, Personaldirektor für Europa bei John Deere. „Gruppensprecher und Vorgesetzte kennen die Kollegen besser als wir in der Personalabteilung. Sie wissen, wo Hilfe angebracht ist.“ Pauschalangebote für Ältere gibt es nicht, wohl aber ein Gesundheitsprogramm für alle: „Wer Unterstützung braucht, bekommt sie, unabhängig vom Alter.“

Das Ziel ist klar: Jeder Mitarbeiter soll möglichst lange den Anforderungen des Arbeitslebens gewachsen bleiben. Personaldirektor Prüfer weiß aus Erfahrung: „Pro zehn Arbeitsjahre, die jemand geleistet hat, erhöhen sich seine Fehlzeiten im Durchschnitt ungefähr um fünf Arbeitstage jährlich.“ Da will das Unternehmen gezielt gegensteuern: „Wir müssen Arbeitsbedingungen schaffen, die es den Mitarbeitern ermöglichen, geistig und körperlich länger fit zu bleiben.“

Besonders bewährt hat sich in diesem Zusammenhang die Gruppenarbeit: Weil die Kollegen eines Teams regelmäßig die Arbeitsplätze wechseln, also nicht immer die gleichen Handgriffe machen, wird der Körper nicht einseitig strapaziert. Zudem erleichtern Hebe-Vorrichtungen die Arbeit in der Produktion.

Bei dem Gesundheitsprogramm für alle lautet die Devise: Vorbeugen! Von finanziell geförderten Gesundheitskursen im Fitness-Studio über Rückenschule und Fitness-Essen in der Kantine bis zu Nordic-Walking-Kursen wird den Mitarbeitern viel geboten. Gezwungen wird niemand – wer mitmacht, profitiert.

Auf die Erfahrung kommt es an

Hans-Jürgen Gleissner aus der Vormontage hat schon einmal mit Altersteilzeit geliebäugelt. Aber dann etwas erlebt, was er nicht ohne Stolz im Gesicht erzählt: „Der Personalchef sagte, dass er auf meine Erfahrung nicht verzichten kann.“

Rut Katzenmaier

 

Info: John Deere Werke Mannheim

Mit über 3.300 Mitarbeitern sind die John Deere Werke in Mannheim Deutschlands größter Hersteller und Exporteur von Landmaschinen. 38.700 Traktoren verließen im vergangenen Jahr das Werk. Der John Deere Konzern hat weltweit etwa 52.000 Beschäftigte.

www.deere.de

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