Gemeinsam stark

Firmen schließen sich für die Aus- und Weiterbildung zusammen


Hand in Hand: Eine Partnerschaft ermöglicht es kleinen und mittleren Betrieben, eine umfassende Ausbildung anzubieten. Foto: dapd

Hannover. Tschüss Schule – hallo Beruf! Beim Schritt in die Welt der Erwachsenen stellen sich Tausende von Jugendlichen die Frage: Was soll ich werden?

Frank-Peter Schild, Abteilungsleiter der ChemieNord-Akademie für berufliche Bildung, wirbt für eine Karriere in der Chemie-Industrie: „Dort gibt es jede Menge interessanter Möglichkeiten.“

Stimmt. Doch viele Unternehmen sind sehr spezialisiert, und es fällt ihnen schwer, alle geforderten Ausbildungsinhalte zu vermitteln. Deshalb unterstützt die Akademie die Betriebe: Sie stellt die Azubis ein und übernimmt damit formell die Arbeitgeberfunktion.

16 verschiedene Berufe zur Auswahl

So befreit die Akademie die Unternehmen von den Aufgaben rund um Personalverwaltung und Administration. Die Betriebe können sich voll auf die Ausbildung konzen­trieren. Zudem werden Lerninhalte, die ein Betrieb nicht vermitteln kann, von anderen Firmen übernommen („regionaler Ausbildungsverbund“). „Wir achten aber sehr darauf, dass die Auszubildenden einen Heimatbetrieb haben, bei dem überwiegend gelernt wird“, versichert Schild.

Seit 1999 organisiert die ChemieNord-Akademie Ausbildungsverbünde in ganz Norddeutschland: Mehr als 250 junge Leute wurden bereits in 16 unterschiedlichen Berufen ausgebildet. Die Palette reicht vom Chemikanten über den Mechatroniker und Industriemechaniker bis hin zum Industriekaufmann. Rund 50 Unternehmen haben bisher die Chance zu diesem „Externen Ausbildungsmanagement“ genutzt.

Vor allem kleine und mittlere Betriebe, die zuvor noch nicht ausgebildet hatten, wurden so in die Lage versetzt, ihren Nachwuchs selbst heranzubilden. Neben den Kerninhalten der Ausbildung organisiert die ChemieNord-Akademie auch Fördermaßnahmen für diejenigen Auszubildenden, die noch zusätzlichen Lernbedarf haben. Außerdem stehen Sozialpädagogen bereit, um die Azubis auch in kritischen Situationen zu begleiten oder gelegentlich bei ihnen zu Hause vorbeizuschauen.

Aufstieg zum Facharbeiter

Doch nicht nur die jungen Leute stehen im Fokus der Akademie: Fort- und Weiterbildung gehören ebenfalls zum Programm. „Wir qualifizieren Mitarbeiter der Chemie-Industrie zu Facharbeitern oder Meistern“, so Bildungsexperte Schild. Zudem bietet er Projekte zur Personalentwicklung an, Arbeitsrechtsseminare sowie Führungs- und Kommunikationstrainings speziell für Vorarbeiter und Meister.

Ein Team von Dozenten und Referenten macht die Teilnehmer fit für die betrieblichen Anforderungen. Die Mühe lohnt sich: Inzwischen können viele Mitarbeiter stolz auf ihren Abschluss als Industriemeister sein.

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang