Entwicklung

Fieber messen beim ICE


Sensoren von Ephy Mess prüfen ständig die Temperatur von Antrieben

Delkenheim. Wusch! Mit satten 300 Stundenkilometern rauscht der ICE auf der Strecke von Köln nach Frankfurt vorbei. Im vergangenen Jahr nutzten allein in Deutschland über 76 Millionen Reisende den rasanten Zug als Transportmittel. Dass sie sicher von A nach B kommen, dafür sorgt unter anderem Ephy Mess.

In mehr als 50 Jahren hat sich der ehemals kleine Familienbetrieb zu einem Spezialisten für industrielle Temperatursensorik entwickelt. Im vergangenen Jahr erwirtschafteten die 170 Mitarbeiter einen Umsatz von 14 Millionen Euro.

Ihre feinen Instrumente überwachen direkt an der Wicklung elektrische Antriebe und Maschinen. Sie kontrollieren Traktion, Getriebe und Radsatzlager von Hochgeschwindigkeitszügen in der ganzen Welt, aber auch Elektromotoren und Transformatoren sowie Turbinen und Generatoren großer Wasserkraftwerke.

„Und wir arbeiten in enger Kooperation mit unseren Kunden bereits an der nächsten Generation von Sensoren“, so Geschäftsführer Andreas Becker.

Ende des Jahres soll der Prototyp eines berührungslosen Temperatursensors fertig sein, der auf Funkbasis funktioniert. Aktuell bietet Ephy Mess 9.000 Artikel an, vom individuell entwickelten Einzelstück bis zur Serienproduktion von mehreren Tausend Teilen.

In der „Männerwelt“, der mechanischen Fertigung werden die dazu nötigen Bauteile aus Nichteisenmetallen, Edelstahl oder Glasfaserkunststoffen hergestellt.

Die Fertigung der filigranen Sensoren ist dagegen „Frauensache“. „Hier sind Fingerspitzengefühl gefragt, gute Augen und eine ruhige Hand“, erläutert Claudia Becker, die das von ihren Eltern gegründete Unternehmen gemeinsam mit Ehemann Andreas leitet.

„Man muss zur Ruhe kommen und sich konzentrieren können, sonst trifft man beim Löten nie den richtigen Punkt, und der Messfühler liefert falsche Werte“, erzählt Produktionsmitarbeiterin Tatjana Tag. Ihre Kollegin Agnes Clark umhüllt gerade winzige Messwiderstände mit Schrumpffolie. Hält sie die Sensoren zu dicht an den 500 Grad Celsius heißen Brenner, ist das Teil nur noch Ausschuss. „Ein guter Kaffee, dann klappt das bei mir am besten“, sagt sie augenzwinkernd.

Jeder einzelne Sensor wird sorgfältig geprüft, ehe er das Haus verlässt. Andreas Becker ist überzeugt: „Die Qualität, die wir für die hochsensiblen Anwendungen unserer Kunden benötigen, können wir nur durch die Fertigung im eigenen Haus gewährleisten.“

Qualitätsmitarbeiterin Margareta Adolf gibt ihm recht: „Hier geht nichts ungeprüft raus. Es wäre einfach eine Katastrophe, wenn ein Brand entstehen würde, nur weil wir nicht aufgepasst haben.“

 

 

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