Spezialist

Feuer, Wasser, Erde, Luft


Duktus ist der Rohr-Hersteller mit Buderus-Wurzeln

Wetzlar. Rot glühend liegt das tonnenschwere Eisenrohr da. Noch ist der Koloss 700 Grad heiß. Doch schon bald wird frisches, klares Trinkwasser hindurchfließen.

Das Rohr ist nur ein kleines Teilstück für einen kilometerlangen Trinkwasser-Transportweg, der im Irak gebaut wird. Die Qualität der Leitungen von Duktus in Wetzlar ist in dem Wüstenstaat bestens bekannt.

Duktus-Rohre sind duktil. Das heißt, das Eisen ist verformbar und nicht vollkommen starr. „Mit korrosionsverhindernden Beschichtungen und Spezialauskleidungen können sie weit über 100 Jahre selbst extreme Belastungen aushalten“, erläutert Oberschmelzer Jürgen Fritsch. In seiner Abteilung werden jährlich rund 100.000 Tonnen Eisenschrott bei 1.400 Grad Celsius zum Schmelzen gebracht, Ausgangspunkt für die weitere Verarbeitung.

Niederlassung in Dubai

Beim Schleudergussverfahren wird das flüssige Eisen in riesige Kokillen gegossen. Die rotieren um die eigene Achse, sodass sich der Werkstoff gleichmäßig an die Innenwand schmiegt und zum Rohr formt. „Bei uns geht es tagtäglich um die Grundelemente des Lebens, um Feuer, Wasser, Erde und Luft. Das ist immer wieder beeindruckend“, so Ulrich Päßler, Mitglied der Geschäftsführung. Das Unternehmen ist Teil der Duktus-Gruppe. Sie ist Technologieführer im Tiefbau und in der Wasserwirtschaft.

Der Name Duktus steht für den duktilen Guss, für Führung und Verbindungs­leitungen. Er wurde 2010 eingeführt, um den Traditi­onsunternehmen Buderus Guss­rohrtechnik und den Tiroler Röhren- und Metallwerken als nun selbstständiger Unternehmensgruppe einen neuen gemeinsamen Firmen- und Markennamen zu geben.

Produziert wird in Wetzlar (300 Mitarbeiter) und am Stammsitz in Hall in Tirol (200 Beschäftigte). In Dubai, Vereinigte Arabische Emirate, betreut eine eigene Vertriebsniederlassung den wichtigen Wachstumsmarkt Mittlerer Osten. Rund 60 Prozent des Duktus-Umsatzes werden im Ausland erzielt.

Problemlöser in schwierigem Gelände

Entwickelt und produziert werden komplette Rohrleitungssysteme, von der Trinkwasserversorgung bis zur Beschneiungsanlage.

Zudem fertigt Duktus Rammpfähle aus Gusseisen für das Bauen auf wenig tragfähigem Grund.

Gegen billige Massenware aus Indien oder China kann das Unternehmen nicht konkurrieren. „Wir verstehen uns vielmehr als Problemlöser und suchen die Anwendungen abseits der 08/15-Rohre“, betont Stefan Weber, ebenfalls Mitglied der Geschäftsführung.

So hat Duktus einen besonderen Verriegelungsmechanismus entwickelt, der die Rohre sicher und wasserdicht verbindet ohne aufwendige Schweißarbeiten. Spezialbeschichtungen schützen das Material vor Rost. Zudem hat sich Duktus spezialisiert auf die grabenlose Verlegung von Rohren.

Noch muss sich der neue Name Duktus am Markt endgültig durchsetzen. Oberschmelzer Fritsch, dessen Vater bereits bei Buderus als Meister im Schmelzbetrieb beschäftigt war, ist zuversichtlich: „Unsere Arbeit, die Qualität und die Innovationskraft ist die Gleiche geblieben. Jetzt hoffen wir, dass sich der Name Duktus wie einstmals Buderus weltweit durchsetzt.“

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