Hightech im Allgäu

Fendt eröffnet die modernste Traktor-Fabrik der Welt


Marktoberdorf. Helle Hallen, alles tipptopp sauber und eine nagelneue Produktionslinie: Bayerns Industrie ist um eine Vorzeigefabrik reicher. Der Traktor-Hersteller Fendt hat an seinem Allgäuer Stammsitz in Marktoberdorf das modernste Werk der Branche in Betrieb genommen.

„Wir haben nun für viele Jahre die beste Schlepper-Produktion“, sagt Hubertus Köhne, der für die Produktion verantwortliche Geschäftsführer von Fendt, selbstbewusst. „Nicht nur, weil wir die ideale Fabrik gebaut haben.

Effizienz und Produktivität lassen sich in Zukunft noch weiter verbessern.“
Der Sprung an die Spitze hat rund 230 Millionen Euro gekostet: Es ist die größte Investition von Agco, dem amerikanischen Mutterkonzern von Fendt, überhaupt. Für diese Summe wurde nicht nur das alte Werk in Marktoberdorf, wo 2.800 Beschäftigte arbeiten, modernisiert und um neue Hallen erweitert.

Kürzere Wege für die Mitarbeiter

Auch die Fabrik in Asbach-Bäumenheim, in dem 1.000 Mitarbeiter die Traktor-Kabinen produzieren, brachte Fendt auf den letzten Stand der Technik. Die Fertigungsstätte bei Donauwörth ist etwa eineinhalb Lkw-Stunden von Marktoberdorf entfernt.

Doch was macht die besonders effiziente Produktion aus? „Entscheidend ist die Logistik“, betont Produktionschef Köhne. Teile wie Hydraulik-Leitungen und Räder werden direkt an die etwa ein Kilometer lange Produktionslinie geliefert – die meisten von fahrerlosen Elektro-Transportzügen.

Auch die Vormontage von größeren Komponenten wie Motorhaube und Kotflügel ist nur wenige Meter entfernt. Für die Beschäftigten bedeutet das: weniger und kürzere Wege. „Und ihre Arbeitsplätze sind übersichtlich“, fügt Köhne hinzu. Zudem bringt der Verzicht auf Gabelstapler mehr Ruhe und sauberere Luft.

Auch die Kunden profitieren von der Investition. Dank der höheren Produktivität kann Fendt jetzt 20.000 Traktoren im Jahr herstellen – 5.000 mehr als bisher. „Damit halbiert sich die Lieferzeit ab der Bestellung auf sechs bis sieben Wochen“, kündigt Köhne an. Und die Qualität verbessert sich. Zum Beispiel dank einer neuen Lackiererei.

Experten aus der Auto-Industrie

„Die Farbe wird dort gleichmäßiger aufgetragen“, berichtet Köhne. „So wird der Schutz vor Rost fast verdoppelt, wie Sprühtests mit Salzwasser zeigen.“ Für Landwirte ist diese Art von Allwetter-Garantie ganz wichtig.

Tipps für die modernste Fabrik holte sich Fendt übrigens auch von der Auto-Industrie. „Wir haben alle großen Werke der Welt besucht“, erzählt Köhne. Die dort gesammelten Ideen verwirklichen nun nicht nur langjährige Fendt-Ingenieure. Auch aus der Autobranche hat Fendt Experten eingestellt.

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