Papierverarbeitung

Feine Welle machen ...


Seit sieben Jahren produziert Roba Corrugated am neuen Standort Zorbau

Lützen. Stimmen die Farbwerte, ist der Druck sauber, ist die schützende Lack-Schicht gleichmäßig? Druckermeister Matthias Zippenpfennig und Maschinenführer Stephan Nespetha nehmen sich Zeit, um den Probedruck auf der Wellpappe zu prüfen. „Unsere Kunden sind anspruchsvoll“, erläutert Zippenpfennig die intensive Prüfung.

„Schon bei kleinen Fehlern, die wir übersehen, könnte uns ein enormer wirtschaftlicher Schaden entstehen“, weiß der Druckermeister. Er arbeitet in einem Betrieb, den es erst seit sieben Jahren gibt: Roba Corrugated Zorbau. Zorbau ist ein Dorf in Sachsen-Anhalt, das seit kurzem zur Stadt Lützen gehört. Es ist unweit von Weißenfels gelegen – und direkt an der Autobahn.

Die junge Firma bietet ein überraschendes Innenleben: „Diese Offset-Druckmaschine für Wellpappe von KBA Planeta Radebeul“, weist Zippenpfennig hinter sich, „ist ein Prototyp!“ Ein halbes Jahr lang haben die Zorbauer diese ­Maschine getestet und den Konstrukteuren noch wertvolle Hinweise geben können. Erst seit März ist die neue „Rapida 164“ jetzt auch offiziell auf dem Markt.

Nur kurz hat sich Zippenpfennig von der Arbeit ablenken lassen. Kurz darauf stellt er fest: Alles in Ordnung – die bedruckte Wellpappe kann zum Verarbeiter. Dort wird sie, gestanzt, gefaltet und geklebt, zur hochwertigen Verpackung für eine Bad-Armatur.

Mit formatierter Wellpappe ist der Betrieb gut im Geschäft, die rund 60 Beschäftigten arbeiten von Montag bis Freitag in zwei Schichten.

30 Millionen Euro investiert

Etwa 450.000 Quadratmeter Wellpappe schlüpfen täglich aus der 125 Meter langen Anlage. Aus mehreren Papierrollen und Stärke-Leim gefertigt, wird die bis zu 2,80 Meter breite Endlos-Pappbahn auf Format geschnitten, getrocknet und gegebenenfalls bedruckt. „Dieser Prozess hat es in sich“, betont Produktionsleiter Dirk Mylius. Denn der Leim bringt Feuchtigkeit ins Papier, die mittels Wärme schon während der Herstellung auf die Sekunde genau wieder verschwinden muss – „sonst kommt verzogene Wellpappe aus der Maschine“.

Produziert wird hier vor allem fein gewellte, weiße Pappe. Und „offene Welle“, für schicke Wein-Verpackungen etwa. „Welle“ nennt der Fachmann die geschwungene Papierlage zwischen den Stützschichten, die dem Produkt Stabilität gibt: Eine G-Welle zum Beispiel ist 0,5 Millimeter hoch, die E-Welle bis zu 1,8 Millimeter.

„Feine Wellpappe in hoher Qualität inklusive Druck: Das war die Gründungsidee für das Werk“, weiß Betriebsleiter Bernd Bruntner. Gut 30 Mil­lionen Euro hat Roba-Chef Dr. Roman Bauernfeind in Zorbau investiert. Nach nur sechs Monaten Bauzeit ging das Werk Mitte 2005 in Betrieb. „Gleichzeitig sind die ersten 30 Mitarbeiter eingestellt und umgeschult worden“, erinnert sich Bruntner, „alles Facharbeiter aus dem Metall-Bereich – das Branchen-Wissen haben sie sich schnell erarbeitet.“

Verpackung mit Fett-Sperrschicht

War anfangs noch Lohnfertigung zur Auslastung nötig, konnte sich das Werk bald auf eigene Kunden konzen­trieren. Etwa 120 Papiersorten sind heute am Lager, um flexibel gerüstet zu sein. Zum Beispiel für eine Fastfood-Verpackung mit Fett-Sperrschicht, die gemeinsam mit einem Papier-Hersteller ausgetüftelt worden ist.

Das Werk floriert – wie auch die Roba-Gruppe insgesamt, die in Alpirsbach im Schwarzwald und im bayerischen Raubling zwei weitere Betriebe hat. Bruntner hat dafür eine einfache Erklärung: „Gute ­Arbeit wird eben vom Kunden belohnt…“

 

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