Betriebsklima

Feiern für den Erfolg


Pater Anselm Grün: Rituale fördern angenehme Unternehmenskultur

Als Chef einen runden Geburtstag mitfeiern, langjährige Mitarbeiter ehren – oder  als Erstes durch die Fertigung laufen und allen ein freundliches „Hallo“ sagen: Solche Rituale machen das Leben im Betrieb angenehmer.

Gute Erfahrungen damit gibt es bei der Firma Widmaier in München (Foto). Oder bei Diehl in Nürnberg: Dort ist etwa die Freisprechungsfeier für fertige Azubis ein wichtiger Termin. Personalleiter Martin Sommer hält die Laudatio, mischt sich dann unter die Lehrlinge und feiert mit – ebenso wie Firmenchef Werner Diehl, wenn es seine Zeit erlaubt. Er selbst ehrt auch die Jubilare.

Rituale verbinden Menschen und schaffen gute Gefühle. Doch sie bewirken noch mehr als das, betont Pater Anselm Grün, Benediktinermönch und Cellerar der Abtei Münsterschwarzach. Der studierte Betriebswirt ist ein gefragter Wirtschaftsberater. Er weiß: „Rituale gehören zu einer Wertekultur im Unternehmen.  Oft bringen sie entscheidende Vorteile im Wettbewerb.“

Natürlich muss jeder, Kollege wie Chef, gute Leistung abliefern. Doch es kommt darauf an, mit welcher inneren Haltung sie erbracht wird. Studien zeigen: Gut ein Viertel des Geschäftserfolgs hängt vom menschlichen Miteinander ab.

Wie Menschen sich begegnen, das wirkt sich auf die Motivation aus.  Für Anselm Grün ist respektvoller Umgang miteinander sogar wichtiger als finanzielle Anerkennung: „Die Würde des Menschen muss spürbar sein.“

„Investition in Menschen“

Wichtig sei auch, dass Vorgesetzte kein Klima der Angst verbreiten. Grün: „Denn sonst verschenke ich ein riesiges Potenzial. Weil ich von ‚kleingemachten’ Menschen keine gute Arbeit erwarten kann.“

Fazit von Grün: „Firmen ohne Rituale nutzen die Arbeitskraft ihrer Mitarbeiter nicht voll. Rituale sind eine Investition in Menschen und damit in die Wirtschaftlichkeit einer Firma.“

Matthias Nauerth

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang