Verpackungen

Fehler finden sich automatisch


Wie Investitionen bessere Ergebnisse bringen

Wörth an der Isar. Sehr genau muss man hinsehen, um es zu entdecken: Ein winziger Fehler hat sich ins Druckbild des Barcodes eingeschlichen. Der Computer hat das aber rasch gemerkt – und auf dem Bildschirm warnt nun eine rote Markierung.

„Das ist eine echte Erleich-terung für unsere Arbeit“, sagt Dirk Buttgereit, Leiter des  Qualitätsmanagements im Papierwerk Landshut Mittler. In diesem bayerischen Unternehmen werden hochwertige Verpackungen   hergestellt, wichtige Abnehmer sind die Pharma-Industrie sowie die Kosmetikbranche.

„Und Abweichungen im Druckbild darf es da einfach nicht geben“, betont Buttgereit. Aber Fehler in winzigen Druckbildern zu entdecken oder gar in chinesischen Schriftzeichen – das ist fürs menschliche Auge auch mithilfe einer Lupe extrem mühsam und zeitintensiv.

Computer kennt Blindenschrift

Der Computer dagegen findet auch solche Fehler schnell und präzise. Das gilt selbst für  Blindenschrift. Derart hochmoderne Technik findet man überall im Betrieb: Jedes Jahr werden rund 2 Millionen Euro in den Standort investiert.

Das sieht man dann zum Beispiel auch an der „Qualitätsmaus“: So nennen die Mitarbeiter ein fahrerloses Transportsystem, das regelmäßig an den Produktionslinien Muster einsammelt und sie zur Qualitätskontrolle bringt.

1914 von Emil Mittler in Landshut gegründet, hat sich das Familienunternehmen von einem Feldpostschachtel-Produzenten zum Dienstleister rund ums Produkt entwickelt. 1996 zog der ganze Betrieb in ein nahe gelegenes Industriegebiet in Wörth an der Isar um. Heute produzieren dort 160 Mitarbeiter mehr als eine Million Faltschachteln täglich.

Hauptabnehmer sind deutsche Pharma-Firmen, die hier auch Verpackungen für die im Ausland verkauften Produkte drucken lassen. Und bei Medizin ist der Schutz vor Plagiaten besonders wichtig.

Hologramme und Rubbelfolien

Also werden je nach Kundenwunsch Sicherheitsmerkmale in die Schachteln eingearbeitet: Fluoreszenzfarben etwa, die erst unter ultraviolettem Licht zu sehen sind, Hologramme, Rubbelfolien, Mikroschrift und vieles – aber geheimes – mehr.

Gedruckt wird auf neuesten Anlagen mit bis zu sechs Farben nebst Lack-Modul. Sind die Druckbogen von der Qualitätskontrolle freigegeben und gestanzt, geht es vollautomatisch weiter: An vier Linien mit modernsten Maschinen und Robotern werden die Faltschachtelzuschnitte automatisch gefaltet, geklebt, verpackt, palettiert und versandfertig gemacht.

Gesteuert wird das alles von einer Spezial-Software. Der Produktionsweg ist vom Auftragseingang bis zum Verladen der fertigen Pakete durchgeplant. Auch kleinste Auflagen können daher wirtschaftlich  vom Band laufen.

„Tempo und Qualität sind gestiegen“

„Damit haben wir ganz andere Durchlaufzeiten als früher, weil die Maschinen optimal ausgelastet sind und alles genau aufeinander abgestimmt ist“, erläutert Firmenchef Günther Berninghaus. „Tempo und Qualität sind sogar noch gestiegen – und damit bleiben wir wettbewerbsfähig.“

Der Druck auf die Preise ist nämlich in der Branche sehr groß – trotz höchster Ansprüche an die Qualität. „Rationalisierung ist dann einfach ein Muss“, weiß der Unternehmer. Dabei baut er auch auf das Verständnis der Mitarbeiter: „Nur wenn sie den Umgang mit der modernen Technologie wollen und unterstützen, kann am Standort Deutschland weiter produziert werden.“

Maja Becker-Mohr


Ausbildung: „Das passte perfekt“

Zu anstrengend für Frauen? „Neee – das ist auf jeden Fall ein guter Beruf für Mädels! Und wenn man wirklich mal was Schwereres heben muss, helfen die Kollegen gern“, sagt Alexandra Asbeck (19). Sie wird im Papierwerk Landshut Mittler zur Druckerin ausgebildet und nach dem Abschluss im Sommer übernommen.

„Auf Büro hatte ich nach der Schule einfach keine Lust“, erinnert sie sich. Durch die Tageszeitung wurde sie auf das Unternehmen aufmerksam, das traditionell auf eigenen Nachwuchs setzt: Die Ausbildungsquote liegt bei rund 10 Prozent.

Nach dem Vorstellungsgespräch bekam Asbeck prompt die Lehrstelle: „Für mich passte das alles perfekt“, freut sie sich.

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