Autozulieferer

Faszinierende Technik: Elektromotoren!


Bosch fertigt in Hildesheim moderne Antriebe – für Porsche, VW und bald auch Mercedes und Smart

Die Spannung ist mit Händen zu greifen: Am Prüfstand schließt Matthias Pursche den schweren Elektromotor an. In Hildesheim fertigt Bosch die „E-Maschine“. Der Elektromotor ist ein zentraler Teil des ersten Parallel-Vollhybrids der Welt. Der VW Tourag Hybrid und der Porsche Cayenne Hybrid sind damit bereits unterwegs.

Nun will Bosch auch mit der Daimler AG bei der Entwicklung und Produktion von Elektromotoren zusammenarbeiten. Sie sollen europaweit in Elektrofahrzeugen von Mercedes-Benz und Smart eingesetzt werden. Eine Absichtserklärung ist nun unterzeichnet, 2012 soll es losgehen.

Rund 150 Boschler arbeiten derzeit an elektrischen Maschinen für die Antriebssteuerung von Hybridfahrzeugen – nun freut sich die Region in und um Hildesheim über zusätzliche Arbeitskräfte.

„Das ist enorm wichtig für unsere Stadt“, jubelt Oberbürgermeister Kurt Machen. Die Fir­ma Bosch profitiert von dem Megatrend der energiesparenden und alternativen Antriebstechnologien. 

14 Millionen Euro Investitionen

Dazu zählt auch die neue Start-Stopp-Technologie. „Sie hat dem Geschäft sehr gut getan“, sagt Werkleiter Martin Ziegler. Rund um die Uhr läuft die Produktion, vier Millionen Starter sollen dieses Jahr vom Band laufen, gut ein Viertel mehr als 2010. Da Start-Stopp-Autos an jeder roten Ampel ausschalten, müssen die Starter der neuen Generation fünfmal so leistungsfähig sein wie normale. Das nötige Know-how für die Fertigung haben die Spezialisten in Hildesheim.

Deshalb hat sich der Konzern schon längst vor der neuen Zusammenarbeit mit Daimler entschieden, die Fertigung von Elektromotoren in das Traditionswerk der Domstadt zu verlegen. Immerhin hat man hier fast 75 Jahre Erfahrung in der Fertigung von Startern und Generatoren. Von den 14 Millionen Euro, die Bosch in diesem Jahr in das Werk steckt, fließt der überwiegende Teil in die Elektromaschinenfertigung. Allein in diesem Bereich suchen die Hildesheimer dringend 30 Ingenieure.

Auch Multimedia wird wichtiger Gegenüber, nur durch eine Straße auf dem 80 Hektar großen Werkgelände getrennt, arbeitet die Bosch-Sparte Car Multimedia (ehemals Blaupunkt). 1.300 Menschen entwickeln dort Multimedia-Konzepte für die Autos der Zukunft. Die Fahrzeuge werden sich in den kommenden Jahren immer stärker in mobile Schaltzentralen wandeln, die den Fahrer mit Informationen aus dem Internet versorgen, E-Mails sowie die Kommunikation mit anderen Autos ermöglichen. Multimedia ist für Bosch wichtiger denn je.

Werner Fricke/Lars Ruzic

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