Anlagenbau

Fast jedes dritte Möbelstück auf der Welt wird mit einer Homag-Maschine gebaut

Schopfloch. Auf der Erde wohnen 7,2 Milliarden Menschen, ein Riesenmarkt für Möbel. Fast jedes dritte Möbelstück weltweit wurde auf einer Maschine hergestellt, die ihre Wurzeln im Schwarzwald hat! In Schopfloch, zwischen Hügeln und Wäldern, gehen täglich Maschinen und Anlagen im Gesamtwert von rund 1 Million Euro auf ihre Reise zu den Möbelfabriken der Welt.

In der 600 Meter langen Halle arbeitet Lukas Häcker gerade an der Montage eines CNC-Bearbeitungszentrums. Er ist einer von etwa 5.000 Mitarbeitern, die in der Gruppe beschäftigt sind.

Die Maschinen erledigen sämtliche Arbeitsschritte, wie Sägen, Bohren, Fräsen, Schleifen, Kanten anleimen, Montieren, Verpacken. Auch Fensterrahmen und Türen werden damit produziert, Wandvertäfelungen, Komponenten für Holzhäuser. Jede Anlage ist anders. 85 Prozent werden exportiert, etwa in Schwellenländer wie Russland und China: „Dort profitieren wir stark vom Wachstum“, sagt Marketingleiter Alexander Prokisch. Die Gruppe hat 15 Produktionsstandorte.

Letztes Jahr sind jeden Monat fünf neue Patente dazugekommen

„Dass wir Weltmarktführer sind, ist vor allem unseren Mitarbeitern zu verdanken“, so Prokisch. „Denn unsere Innovationen entstehen in ihren Köpfen.“ Mehrere 100 Patente hält Homag, „allein im vergangenen Jahr sind jeden Monat fünf neue dazugekommen“.

Von den 1.500 Beschäftigten am Hauptsitz engagiert sich ein Viertel direkt bei der Entwicklung. Oft sind es Innovationen, die Anlagen noch leistungsfähiger machen. Aus einer modernen Maschine zur Parkettherstellung etwa kommen in nur einer Minute bis zu 60 Quadratmeter, das reicht für zwei große Wohnzimmer.

Andere Neuerungen sparen beim Kunden 30 Prozent Energie, mit Maßnahmen, die das Unternehmen „ecoPlus“ nennt. Der neueste Renner ist ein Breitbild-Touchmonitor, der die Steuerung der Anlagen viel leichter macht. „Bei unseren Großkunden stehen nicht immer ausgebildete Schreiner an den Maschinen“, erklärt Prokisch, „deshalb ist eine einfache, einheitliche und ergonomische Bedienung sehr wichtig.“ Gefragt sind auch neue Leichtbau-Verfahren. So darf bei Ikea kein Paket schwerer als 25 Kilo sein.

Aber was, wenn dem Unternehmen die schlauen Köpfe ausgehen? Steffen Stippl, Leiter der technischen Ausbildung, stellt fest: „Es ist nicht leicht, gute Leute aus Ballungsräumen in den Schwarzwald zu locken.“ Deshalb bildet Homag besonders viel Nachwuchs aus. Jeder zehnte Mitarbeiter ist Azubi oder Student der Dualen Hochschule.

Mit Aktionen für Schulklassen, Schnupperpraktika und Youtube-Videos weckt das Unternehmen bei jungen Leuten Begeisterung. „Rund 70 Prozent der Azubis bleiben dauerhaft“, sagt Ausbildungsleiter Stippl, „und mit ihnen ihre Ideen.“ 


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