Verkehrstechnik

Fahren ohne Fahrer


Kinder im Cockpit: Der Teddybär inspiziert die neue U-Bahn ebenso gerne wie Besucher aus aller Welt. Foto: Agentur Schultze, Walther Zahel

Nürnberger U-Bahn: Umrüstung durch Siemens weltweit einzigartig

Nürnberg. Die abschließenden Tests sind fertig: „Ende September oder Anfang Oktober wollen wir beginnen, auf der U2 automatisierte Züge einzusetzen“, kündigt Susanne Muhlert-Jerosch von der Nürnberger Verkehrsaktiengesellschaft (VAG) an. Dann hat Nürnberg seine zweite U-Bahn-Strecke, die mit Technik von Siemens ohne Mensch am Steuer auskommt.

Bis Dezember soll jede Bahn auf dieser Linie fahrerlos unterwegs sein. „Es ist eine Umstellung bei rollendem Rad“, betont die VAG-Sprecherin. „Das ist weltweit einzigartig.“ Bislang wurden fahrerlose U-Bahn-Linien nur neu gebaut. So auch die Nürnberger Linie U3 – sie fährt seit über einem Jahr durch den Untergrund, auf einem Abschnitt sogar gemeinsam mit den bislang von Menschenhand

gelenkten Zügen der U2. Seitdem geben sich internationale Delegationen in Franken die Klinke in die Hand.

Sie wollen begutachten, ob das Zusammenspiel der beiden Systeme funktioniert – und wie die anstehende komplette Umstellung auf fahrerlose Züge im laufenden Betrieb funktionieren soll.

Weniger menschlich, dafür pünktlich

Für Siemens hat sich der U-Bahn-Tourismus aus aller Welt bereits gelohnt. Der Konzern konnte einen Auftrag aus Helsinki an Land ziehen. Ab 2013 sollen auch die Züge der finnischen Hauptstadt ohne Fahrer auskommen.

Die Erfahrungen zeigen: Für die Kunden lohnt es sich, wenn die Technik das Kommando übernimmt. Die VAG will mit dem Systemwechsel die U2 auf den 100-Sekunden-Takt umstellen. Hohe Personalkosten verhinderten das bislang. Außerdem steige die Pünktlichkeit, erwartet Sprecherin Muhlert-Jerosch: „Fahrer warten zu oft auf Fahrgäste.“

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