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Extra-Schicht mit Band


Warum Audi-Mitarbeiter Peter Karl so gerne auf der Bühne steht

Ingolstadt. 6.000 Musik-Fans sind da. Ganz schön voll ist die Ingolstädter Audi Piazza. Angekündigt hat sich Popstar Sasha.

Die Marke mit den vier Ringen feiert 60 Jahre am Standort Ingolstadt – nach 100 Jahre Audi das zweite Jubiläum in diesem Jahr. Als die Scheinwerfer eingeschaltet werden, steht allerdings nicht der bekannte Frauen-Schwarm im Rampenlicht. Bühne und Publikum gehören zunächst Peter Karl und seinen Band-Kollegen: Die „Booze Bros.“ sind Sashas Vorgruppe.

Der Gruppenname: eine Schnapsidee

Der 34-jährige Gitarrist und Background-Sänger denkt gerne an Abende wie den am 25. September zurück: „So ein Auftritt gibt einem sehr viel. Das war etwas ganz Besonderes.“ Sonst spielt der Audi-Mitarbeiter nach Feierabend oder am Wochenende in Festzelten vor wesentlich kleinerer Kulisse.

Karl tritt seit knapp 14 Jahren mit den „Booze Bros.“ auf. Die Übersetzung lautet „Zechbrüder“ – eine Schnapsidee. „Der Name ist mittlerweile eine Marke, den ändert man nicht mehr“, sagt er. Sein Gesichtsausdruck sagt: Heute würde ich mich anders entscheiden als im Alter von 20.

Viel Zeit zum Feiern bleibt dem Hobby-Musiker ohnehin nicht mehr. Früher, erzählt er, da sei er mit der Band nach Veranstaltungen noch auf ein, zwei Bier geblieben. „Heute pack ich meine Sachen und bin so früh wie möglich daheim.“ Den Band-Leader wecken morgens um sechs seine vierjährigen Zwillinge.

Während der Woche begleitet der Papa bei Audi Fahrzeugprojekte vom Design bis zur Konstruktion – und vermittelt zwischen den verschiedenen Abteilungen: Karl achtet unter anderem darauf, dass das angestrebte Design auch produzierbar ist.

„Die Leute wollen Elvis hören“

An Wochenenden steht der Audi-Mitarbeiter mehrmals im Monat auf den Bühnen rund um Ingolstadt: Volksfeste, Firmenfeiern, für Sportvereine. Seit zehn Jahren spielt die Gruppe auf dem Ingolstädter Gastronomenball.

Die „Booze Bros.“ proben heute nur noch unregelmäßig – in einem alten Bürogebäude außerhalb der Stadt: abgelegen und wenig komfortabel. Der Lärmpegel des Schlagzeugs erschwert jedoch die Suche nach einer neuen Heimat. Sogar im Haus von Karls  Schwiegereltern blieb sie zuletzt erfolglos.

Das Repertoire der Band reicht von Oldies über Swing bis zu AC/DC. Die eigene Musik nennt Karl „melodischen Hardrock der Marke Aerosmith“. Am häufigsten spielen die Jungs jedoch alte Hits, etwa von Elvis. „Die Leute wollen es einfach hören“, erzählt der Gitarrist.

Auf die Bühne will Karl auch nach 14 Jahren noch nicht verzichten. Wie er sind drei weitere Musiker von der ersten Stunde an dabei. Einer pendelt nach seinem Umzug nach Karlsruhe für die Band sogar regelmäßig in die alte Heimat. „Wenn während des Konzerts die Leute mitgehen, ist es einfach ein großartiges Gefühl“, schwärmt Karl.

 

Meine Arbeit

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?

Ich wollte unbedingt zu Audi, weil mein Vater und mein großer Bruder schon dort waren.

Was gefällt Ihnen besonders?

Im Werk bin ich sehr stark vernetzt. Ich komme mit vielen Menschen zusammen, da ich           übergreifende Prozesse begleite.

Worauf kommt es an?

Ich muss Zeitpläne einhalten und Kompromisse zwischen Abteilungen vermitteln. Dafür brauche ich technisches Wissen und muss zudem den richtigen Ton treffen.

 

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