Tiergesundheit

Exportschlager von Bayer-Tocher KVP: Schützt Hund und Katze vor Parasiten

Kiel. Hartnäckige Zecken, bissige Flöhe: „Solche Krankheitsüberträger, die bei unseren Haustieren im Fell sitzen, möchte keiner in der Wohnung oder gar im Bett haben“, sagt Stefan Bokstaller. Er leitet die Bayer-Tochter KVP Pharma + Veterinär Produkte in Kiel. Die Mittel gegen Plagegeister („Antiparasitika“) boomen – und festigen die Stellung des Unternehmens unter den weltweit führenden Tierarzneimittel-Herstellern.

„Unser innovatives Halsband mit einer Schutz-Wirkdauer von bis zu acht Monaten ist der absolute Renner“, berichtet Bokstaller, der selbst zwei Hunde und zwei Katzen besitzt. In der Produktion laufen die Maschinen rund um die Uhr, pro Schicht werden mehrere Tausend Halsbänder gefertigt.

„Die Nachfrage ist enorm“, bestätigt Betriebsleiter Raimund Schuhmann. „Wir bauen unsere Kapazitäten weiter aus.“ 19 Jahre ist er im Unternehmen, ganz am Anfang hatte er rund 350 Kollegen. „Heute sind wir fast doppelt so viele“, sagt er stolz.

Auch flüssige „Spot on“-Formulierungen gegen Parasiten, von denen ein paar Tropfen im Nacken des Haustieres das Ungeziefer für Wochen abschrecken, sind begehrt: 150 Millionen kleine Tuben davon verlassen pro Jahr das Werk.

Möglich machen den Erfolg eine ausgeklügelte Wirkstoff-Kombination (Hauptwirkstoff Imidacloprid) sowie raffinierte Darreichungsformen.

„Wir haben zum Beispiel über 200 verschiedene Einmalpipetten für unterschiedliche Hundegrößen und Länder“, so Bokstaller. Ein weiteres Produkt, das den Hund von innen entwurmt, wird als Tablette in Knochenform gepresst und mit einem Fleischaroma versehen: „Die Tiere würden das Medikament wegen des bitteren Wirkstoffs sonst nicht fressen.“

Aber auch Medizin für Nutztiere wie Geflügel oder Schweine ist im In- und Ausland gefragt. Am Standort werden gut 50 Prozent aller Bayer-Tier-Arzneimittel hergestellt, der überwiegende Teil geht in den Export. Der Umsatz von Bayer-Tiergesundheit lag 2014 bei 1,3 Milliarden Euro, der gesamte Markt hat ein Volumen von knapp 21 Milliarden Euro. Hauptabnehmer sind Nordamerika (34 Prozent), Westeuropa (26 Prozent) und Asien (19 Prozent).

Experten schätzen, dass die Nachfrage pro Jahr um gut 5 Prozent wächst. Wachstumstreiber sind der wachsende Fleischbedarf der Weltbevölkerung sowie der hohe Stellenwert der Haustiere: 77 Prozent der Besitzer geben an, dass ihnen die Gesundheit ihrer Lieblinge mehr wert sei als ihre eigene, so eine aktuelle Studie des britischen Animal Health Service (NOAH).

In Deutschland wurden letztes Jahr Tiermedikamente im Wert von 771 Millionen Euro umgesetzt, so der Bundesverband für Tiergesundheit (plus 4,2 Prozent gegenüber 2013). Auffällig stark wuchs auch hier der Umsatz mit Antiparasitika auf 152 Millionen Euro (plus 12,6 Prozent).

Der Bayer-Standort in Kiel setzt auf diesen Sektor: „Wir konzentrieren uns darauf, noch wirksamere und anwendungsfreundlichere Produkte zu entwickeln“, so Bokstaller.


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