Sicherheit

Exportschlager Sicherheit


Die Fachleute vom TÜV sind in aller Welt gefragt

Die Reaktorkatastrophe von Fukushima zeigt es auf dramatische Weise: Sicherheit in technischen Anlagen entscheidet über Menschenleben.

Auf allen Kontinenten spüren Techniker und Ingenieure Gefahrenquellen in Industriebetrieben auf, um Pannen oder verheerende Unglücke zu verhindern. Und häufig kommen die Fachleute aus Deutschland. Von der Schweißnaht bis zum Innenleben kerntechnischer Anlagen nehmen TÜV-Prüfer alles unter die Lupe.

Sicherheit ist ein Exportschlager. „Denn bei uns sind die Standards sehr hoch“, sagt Hans-Nicolaus Rindfleisch, Geschäftsführer von TÜV SÜD Chemie Service. So wie er melden alle TÜV-Gesellschaften Rekordumsätze – insgesamt 3,7 Milliarden Euro 2010 (siehe unten: "Info: Die TÜVs").

Rund 40.000 TÜV-Experten betreuen Anlagen von der ersten Zeichnung bis hin zum Spatenstich und überwachen die laufenden Prozesse. Rindfleisch und seine Teams sind vor allem in China im Einsatz.

„Jedes Teil, zum Beispiel in einem Chemie-Werk, hat einen Zweck zu erfüllen, kann aber auch zu Problemen führen“, weiß Rindfleisch. „Das fängt mit der Leiter an, die umkippen und einen Mitarbeiter verletzen kann.“

„Wir haben eine Mission“

In einem Land aber, dessen Industrie eine rasante Aufholjagd absolviert, beginnt die Arbeit der TÜV-Prüfer bei ganz grundlegenden Problemen. Bestehen Gefahren für die Umwelt, die Beschäftigten oder für die Qualität des Produktes?

„In solchen Fällen erstellen wir für den Betreiber einen Maßnahmenplan“, so Rindfleisch. Allein dafür brauchen seine Leute oft ein bis zwei Wochen Zeit. Doch es geht nicht nur um Maschinen. Die Fachleute machen auch heimisches Personal mit deutscher Sicherheit vertraut.

„Wir sind missionierend unterwegs und vermitteln unsere Sicherheitsphilosophie. Beim Management, in Betrieben und auch bei Regierungsvertretern“, sagt Rindfleisch.

Einheimische Mitarbeiter werden deshalb zunächst nach Deutschland geholt und hier in die Arbeitsabläufe eingebunden. „Außerdem machen wir sie fit für unsere asiatischen Kunden“, erklärt der TÜV-Mann. 95 Prozent seiner  TÜV-Leute dort stammen aus China.

Sie lernen, dass es vor allem auf regelmäßige Kontrollen ankommt. „Denn die Achillesferse jeder Anlage ist technisch-menschliche Schlamperei“, so Rindfleisch. „Man kann noch so viel planen, noch so viel Sicherheit in eine Anlage hinein entwickeln, wenn das Anlagenmanagement das nicht fortsetzt, lauern Gefahren.“

Siegel für den Plüschteddy

Das Wichtigste sei daher, Sicherheitsstandards konstant auf hohem Niveau zu halten und weiterzuentwickeln.

Neben der Anlagensicherheit, dem Ursprungsgeschäft, widmet sich der TÜV zunehmend auch weltweit der Produktsicherheit. Längst erkennen Kunden auch in asiatischen Geschäften, ob sie den Plüschteddy bedenkenlos für ihr Kind kaufen können –  anhand des TÜV-Siegels.

Entsprechend zufrieden zeigt sich der Branchenverband VdTÜV: „ Unsere Zertifizierungen sind in der globalen Zulieferkette ein Qualitätsmerkmal für die Hersteller“, erklärt Klaus Brüggemann, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied der Organisation. „Sie ermöglichen den Unternehmen die effektive und nachhaltige Teilnahme am weltweiten Handel.“


Info: Die TÜVs

TÜV steht für Technischer Überwachungsverein. Neben einigen kleineren gibt es vor allem drei große Einheiten: TÜV SÜD, TÜV Rheinland und TÜV Nord. Hervorgegangen sind sie aus dem Dampfkessel-Überwachungsverein (DÜV). Der war 1866 als Konsequenz aus zahlreichen Explosionen von Kesseln gegründet worden. Heute prüft der TÜV Industrie-Anlagen ebenso wie Autos und Produkte. Auch viele Dienstleistungen tragen ein TÜV-Zeichen.

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